Hoffnungsbilder - Visualisierung / Imagination

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MinaHarkness
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Hoffnungsbilder - Visualisierung / Imagination

Beitrag von MinaHarkness »

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Es gibt Menschen, die scheinen wie aus Teflon. Sorgen und Nöte scheinen regelrecht an ihnen ab zu perlen und sie gehen unbeirrbar ihres Weges; allen Rückschlägen zu Trotz. Etwas in ihnen scheint sie zu tragen, eine Art geheimer Kraftquelle, die sie, selbst wenn sie zwischendurch erschöpft in sich zusammensacken, immer wieder aufstehen lässt. Klassische Stehaufmännchen, deren Lebensmotto zu lauten scheint:

Hinfallen - aufstehen - Krone richten - weiter gehen.

Zu diesen Personen zähle ich mich ebenfalls. Aus meinem tiefsten Wesen heraus, existiert in mir etwas, das ungläubig zu lachen beginnt, denke ich ernsthaft ans Aufgeben. Dieses Etwas ist absolut davon überzeugt, dass es immer irgendeinen Weg gibt, dass Aufgeben schlicht keine dauerhaft ernst zu nehmende Option darstellt. In manch schwacher Minute, wenn der Schmerz völlig überwältigend wird oder ich in mir eine gähnende Todesangst verspüre, dann wackelt dieses Etwas in mir ein wenig. Doch bereits spätestens am nächsten Morgen, steht es wieder taufrisch vor mir, strahlend und wie neu, den Schalk in den Augen und fragt, na, wohin wollen wir heute reisen?

Ich habe mir noch niemals ernsthaft die Frage gestellt, was dieses Etwas genau ist. Es ist ein Bild. Eine lebendige Metapher, mit der ich sprechen kann. So wie alles in mir bildhaft ist und sprechen kann. Es sieht aus wie eine sehr große Version eines Pferdes. Es geht in die Knie und fordert mich auf, es zu besteigen, so dass wir reisen können und es mich sicher trägt, dieses pfeilschnelle, muskelbepackte Etwas. Das in tänzelnden, leichten und doch kraftvollen, vitalen Schritten, sicheren Fußes seinen Weg findet. Und manchmal, wenn es mir sehr schlecht geht, dann hängt sein Kopf, sein Fell ist stumpf und die Schritte müde. Aber es trägt mich dennoch, treu und zuverlässig, immer.

Ich nenne dieses Wesen Hoffnung. Jeden Morgen wieder auf der Matte. Unermüdlich, nicht bereit zu scheitern; niemals dauerhaft. Und in mir ist das Wissen, dass alleine dieses geistige Bild, diese innere Metapher, einen Teil des Ganzen darstellt. Die eigene Hoffnung und Stärke in ein Bild zu visualisieren und womöglich mit ihr in Kommunikation zu treten, gehört im weitesten Sinne zum großen Komplex der Imagination / Visualisierung. Ich möchte Euch anregen, Euch dieses Wesen, Euren inneren Antrieb, die innere Hoffnung, zu visualisieren und hier zu erzählen, was Ihr gefunden habt.

Wie sieht es aus? Was ist es und wie ist es, Euer inneres Feuer? Euer Hoffnungsbild?

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Auch wäre dies ein Thema für generelle Strategien zur inneren Arbeit mit Bildern, um Kraft zu schöpfen u. ä. m.. Mentalübungen im weitesten Sinne.

LG Mina
Exkursionen, fern von Schablonen, können sich lohnen.