Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

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Wüstenrose
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Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Wüstenrose »

 ! Nachricht von: MinaHarkness
Dies ist eine Abteilung aus diesem Thema. Es ergab sich, wider meinem Erwarten, dass scheinbar viele Menschen schlechte Erfahrungen mit ihren Behandlern haben sammeln müssen. Hierum soll es dann auch in dieser Auslagerung gehen und darum, wohin man sich damit ggf. wenden könnte.
Traue ich mir selbst zu, mich dieser Person so weit zu öffnen, dass diese mich überhaupt behandeln kann?
1x ist man über seinen Schatten gesprungen,hat sich Hilfe gesucht.
Das waren höchstens 5 Minuten,mit dem ich gebabbelt habe,der schickte mich zum Gehirnströmen Messen oder wie das hieß,war auch da,war so ein Stuhl,am Kopf wurden dann diese Elektroden?angebracht,fixiert ist man auch gewesen,nicht bewegen,ich wollte Hilfe und keine Panikattacke bekommen,denn die habe ich da bekommen,war nur noch danach einmal da,ums Ergebnis zu erfahren.Ach und ein paar Pillen wollte der einem auch gleich andrehen.

Beim 2. Male (anderer Thera) sollte ich meine Eltern unbedingt mitbringen,Hinterkrampe,die sollten das nicht erfahren,das man sich psychologische Unterstützung gesucht hat,so und dann habe ich gedacht,lass es sein,es ist halt so wie es ist.

Dann habe ich vor ein paar Jahren eine HP für Psychothera aufgesucht, :lol: :lol: und wo schickte die mich hin?Zum Psychologen,wie witzig,hatte überall alles rauf und runter telefoniert,Wartelisten,nach einem Jahr Wartezeit habe ich mich von den Listen löschen lassen.Dann halt was nicht,wenn man keine braucht,sind sie da und wenn man welche braucht,so wie üblich,keiner da.
Oder sich einweisen lassen und das wiederum kommt rein garnicht in Frage,musste mir halt selbst helfen.Und jetzt will ich auch keinen mehr.
Die verborgene Quelle des Humors ist nicht Freude,
sondern Kummer.
(Mark Twain;1835-1910,Schriftsteller,Quelle:Poesiealbum)
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Anders_son
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Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Anders_son »

Also ich habe mich sehr spät davon überzeugen lassen, einen Psychologen aufzusuchen, um
dann mal „alles“ aufzuarbeiten. Ist eigentlich auch ganz gut gelaufen. Nur kam mir
Corona in die Quere und die Sache hat sich damit etwas kontraproduktiv entwickelt.
Termine fielen aus, wurden verlegt, etc.
Momentan weiß ich nicht so recht, wie ich zur Psychotherapie überhaupt stehen soll.

In früheren Zeiten hatte ich immer „Anläufe“ dazu gehabt. Meine Einstellung zu dem
Thema ist nun aber, hmh, nicht ideal. Ich drücke es mal so aus. Deswegen dachte ich mir
jetzt, nutze diese einmalige Gelegenheit. Sei offen, schenke Vertrauen.

:jjj:

Kein abschließendes Urteil, aber schon deillusioniert. Vielleicht kriegt man ja demnächst
ohne Impfung ja auch gar keinen Zutritt mehr. Gibt ja genug neue Patienten, fast
wie Sand am Meer. Die Wertschöpfungskette bleibt also erhalten. Wenn man es mal von
der Seite aus betrachtet. Die Klischees über Psychater stimmen übrigens, nach meinen
Beobachtungen. :D Irgendwie ist es auch schwierig, sich zu öffnen, wenn man sieht,
dass das Ganze immer mehr eine Massenabfertigung wird. Meine Bereitschaft zur
Öffnung ist jedenfalls durch die ganze Verlege nicht mehr so da. Ich habe mich
da wohl eingestimmt, Energie gesammelt und bin dann ja wiederholt frustriert
worden. Na ja, irgendwie auch egal.
„Um Böses zu tun, muss ein Mensch zuallererst glauben, dass das, was er tut, gut ist.“
Alexander Solschenizyn

zitiert von Anders_son (ehemals Oxymon)
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Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Wüstenrose »

Also,ich durfte ja den Psychologen meines kleinen Bruders kennenlernen,später hat mein alter Herr mal gesagt,dem seine Mutter war wohl Messie und deswegen hatte er das studiert,also Zeitungen hätte sie gesammelt,er hat sich ja auch früher Zeit genommen,plauderten da wohl in dem Räumchen,wie 2 alte Freunde.So hatte man den Eindruck,ok vielleicht guter Arzt.
Falsch gedacht.
Der war wohl schon zulange in diesem Beruf,der brauchte selber einen.
Diese Betreuungskiste habe ich nach gut einem halben Jahr wieder abgegeben,das eine Mal waren wir 20 Minuten zu früh da,ist ja nix dabei,warten wir halt,nur mein kleiner Bruder wird dann etwas zappelig,wenn es etwas länger dauert,den also wieder beruhigt,so,der rief uns dann auf und war nicht mal richtig zur Tür drinne,ranzte der einen an,nicht zu früh!kommen,äh?^Na gut,beim 2.Mal wieder (2 Min.zu spät)Da wurde ich aber schon leicht stinkig,hatte auch schon meine 50plus Stunden Woche rum und ehrlich gesagt,da brodelte es bereits,ok abwarten,da mein kleiner Bruder schon längst in einem anderen Umfeld war,die ihm sehr gut taten,fragte ich den Arzt,ob man seine Medis nicht herabsetzen könnte,denn er ist ja nicht mehr in dem stressigen Umfeld?WISSEN SIE ÜBERHAUPT WAS SIE DA FRAGEN?OHNE MICH WÄRE ER IN DER PSYCHYIATRISCHEN ANSTALT GELANDET,ich glaube Sie haben keine Ahnung was da früher abgelaufen ist.
(Doch Arschloch,das weiß ich genau,zufälligerweise sind wir im selben Haus aufgewachsen,du Penner und wenn ich dir jetzt sagen würde,was da krasses abgegangen ist,dann wäre er nie wieder irgendwo hingegangen,dann hättest du ihn schon früher in die Anstalt verfrachtet)das habe ich nur gedacht,na toll,musste man den Affen auch noch beruhigen.Danach habe ich das den Betreuern vor Ort übergeben,diesen Typen musste ich nicht wiedersehen,mein kleiner Bruder mochte ihn.
Ein paar Wochen später wurde die Dosis runtergesetzt.
Lag sicherllich daran,das die Betreuer des Wohnblockes da mitgegangen sind.
Irgendwer hatte mir auch mal erzählt,das bei dem Kameras oder sowas sind,er hat jedenfalls sein Wartezimmer im Blick gehabt,ist sicher auch besser so,falls da einer mal durchdreht.Deswegen war der auch so pissig,das wir zu früh dran waren und er meinen Bruder vorgezogen hat,war doch schon alles gut,ich kann mit meinem Bruder recht gut umgehen,was wollte der?Einen Orden,das er uns vorgezogen hatte?Oder danke lieber Herr Doktor Geschleime?
Die wenigen,die im Wartezimmer noch drinne saßen,waren jetzt auch nicht gleich ausgeflippt,sahen auch eher wie Buisiness Typen aus und die Dame da hatte ihn vorgelassen,was aber nicht nötig gewesen wäre.
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MinaHarkness
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Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von MinaHarkness »

..

Leute..
ganz ehrlich? Ich bin ein bisschen shocked. Das muss ich alles erst einmal in Ruhe auf mich wirken lassen. Ich bin im Bilde - und das bereits länger - dass das System starke Schwächen aufweist. Wenn ich jedoch davon ausgehe, in welchem Verhältnis die erbaulichen Erlebnisse, sich zu denen verhalten, die von Enttäuschung und Frustration erzählen - auf das angewendet, was ich das letzte, knappe Jahr gelesen / generell mitbekommen habe - dann kann einem schon anders werden. :?

LG Mina
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Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Janundso »

MinaHarkness hat geschrieben: 1. Aug 2021, 20:43 ..

Leute..
ganz ehrlich? Ich bin ein bisschen shocked. Das muss ich alles erst einmal in Ruhe auf mich wirken lassen. Ich bin im Bilde - und das bereits länger - dass das System starke Schwächen aufweist. Wenn ich jedoch davon ausgehe, in welchem Verhältnis die erbaulichen Erlebnisse, sich zu denen verhalten, die von Enttäuschung und Frustration erzählen - auf das angewendet, was ich das letzte, knappe Jahr gelesen / generell mitbekommen habe - dann kann einem schon anders werden. :?

LG Mina
Ist aber bestimmt nicht so easy für Therapeuten "normal" zu bleiben. Die haben ja meistens n Grund, das zu studieren. Und viele Patienten sind sicherlich auch ziemlich anstrengend und psychisch zermürbend.
Weiß nicht mehr ob ich das hier oder im anderen Forum schrieb. Und idk ob du das gelesen hast. Aber hatte mal ne Umfrage auf Gutefragenet, ob jemand Erfahrungen mit psychisch gestörten Therapeuten hat. So wie ich das in Erinnerung habe, war das ein 50/ 50 Verhältnis ^^

Finde es gruselig, dass solche Therapeuten weiterhin Therapeuten sein dürfen. Dass da so wenig gemacht wird. Ich hab ja wegen meinem "Therapeut" nen Brief an die Ärztekammer geschickt. Wer keine Hobbys oder ganz viel Langeweile hat - ist aber n ziemlicher Wall of Text ^^
► Text anzeigen
Aber wie ich das einschätze, wird der Typ es einfach leugnen und es wird wegen "Mangel an Beweisen" ad acta gelegt.

(Hoffe ist in Ordnung dass ich den Screen poste)

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Anders_son
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Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Anders_son »

Schaue ich mal, ob ich die Funktion raffe.
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cats55
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Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von cats55 »

Zu meinen ersten beiden Therapien hat mich meine Mutter gezwungen.
Die dritte aus der ich raus geekelt wurde weil ich in punkto Änderungsmotivation
und Bereitschaft an mir zu arbeiten nicht gespurt habe wurde mir von meiner
damaligen Hausärztin aufs Auge gedrückt.
Nummer 4 hat mich 3 Jahre lang völlig von sich abhängig gemacht und Nummer 5
hat mich offen verachtet.
Nummer 6,der Ansatz mit EFT hätte wenn nicht Corona dazwischen gekommen
wäre höchstwahrscheinlich sogar funktioniert.
Die ersten beiden Therapien haben zwar nichts bzw. nicht viel genutzt, ich
bin nicht nach den Vorstellungen meiner Mutter richtig gemacht worden,aber
es hat mir wenigstens nicht geschadet.
Beim Rest sieht das anders aus.
Und natürlich wurde dann bei jedem Scheitern einer Therapie immer mir
die Alleinschuld in die Schuhe geschoben.
Ganz so einfach ist es nicht.
Ich habe für mich persönlich fertig mit Therapie.
Die cats wird keinen aus der Therazunft mehr auch nur mit der Feuerzange
anfassen.
Das Experiment Therapie ist in meinem Fall krachend gescheitert.
Klar kann ich versuchen
weniger egoistisch zu denken.
Ich weiß nur nicht
was ich davon habe ?
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Anders_son
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Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Anders_son »

Hallo Cats,
das kann ich verstehen. Besonders das auch mit Corona.
Diese Sündenbockmentalität, der Patient ist schuld, lässt mich
allgemein an Ärzten zweifeln. Dabei geht es dann aber auch
darum, keine Haftung oder Rückforderungen übernehmen zu wollen.
Es ist eben ein Geschäft mit einem Zug von Massenabfertigung
geworden.
Corona wird dann auch für weitere Kundschaft sorgen.

Das alte Bild des Psychaters/Psachologen verschiebt sich immer mehr in
Richtung geschäftsmäßiger Dienstleister. Irgendwann gibt es
die rollende Konservendose mit Freud-Taschenuhr und eingebauter
couch. Vielleicht auch etwas Virtuelles. Mit so einer 3-D Brille.

Ich hätte wahrscheinlich die Therapie auch abgebrochen, aber
ich ziehe es jetzt durch. So für mich. Ich habe zu viel Zeit und
erschöpfende Arbeit hineingesteckt. Die Zunft ist mir da egal.
Ich sehe das mehr als Konfrontation mit mir selber.

Aber ich weiß nicht, wie ich drauf wäre, wenn ich mehr
Wut produzieren könnte. Da ist bei mir ein starker Deckel drauf.

LG
Oxy
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zitiert von Anders_son (ehemals Oxymon)
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cats55
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Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von cats55 »

Als ich 2014 zur Alkoholentgiftung im Krankenhaus war hat die Psychologin dort
ziemlich desillusioniert von ihrem Beruf von Drehtürpsychatrie gesprochen.
Bei dem Therapeuten der mir die Pistole auf die Brust gesetzt hat das ich entweder
spure oder gehen kann,ich bin dann gegangen,gaben sich die Klienten die
Klinke in die Hand.
Da lief es ohne Pause. Die reinste Fließbandabfertigung.
So ist es eben bei Therapie über die Krankenkasse. Die Warteliste auf die viel
zu wenigen Therapieplätze ist lang und man soll so schnell und so kostengünstig
wie möglich wieder zum Funktionieren gebracht werden.
Bei meinen letzten Therapien war ich Selbstzahlerin. Da ist der Druck sich
verändern zu müssen,möglichst schnell Fortschritte zu machen nicht so groß.
Das Unwesen der HP PSY existiert ja nur deshalb weil es eben viel zu wenige
seriöse Therapieplätze gibt.
Wobei ein Psychologiestudium allein nichts über die Qualität des Therapeuten
aussagt und nicht grundsätzlich alle HP PSY unfähig sind.
Die mit der ich 3 Jahre lang das "Vergnügen" hatte war es allerdings.
Klar kann ich versuchen
weniger egoistisch zu denken.
Ich weiß nur nicht
was ich davon habe ?
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Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Janundso »

Irgendwie schade, dass es scheinbar so viele schlechte Therapeuten gibt - und dass da kaum die "Qualität" gemessen wird. Ich finde, ein Therapeut hat extremen Einfluss. Man muss Mal bedenken - er hat jährlich um die 50-60 Kunden. Arbeitet der 40 Jahre und ist kacke in dem was er macht (bzw hat vllt bloß nicht die Motivation), hatten 2000 Patienten ne schlechte Therapie.

Wenn man so drüber nachdenkt - ich glaube es gibt fast keinen Beruf, in dem man so viel Einfluss auf die Welt hat.
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MinaHarkness
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Re: Psychotherapie - welcher Therapeut passt zu mir?

Beitrag von MinaHarkness »

..

Okay..
ich werden den Thread teilen. Es gibt Stellen wo man Missbrauch / Therapieschäden melden kann - und sogar einen ganzen Wissenschaftszweig (Kritische Psychologie), der sich damit beschäftigt. Ich denke, wir haben hier jetzt genug dazu gesammelt, dass wir daraus einen eigenständigen Thread machen können und ich nehme das Thema "passender Therapeut" gesondert wieder auf. Bitte um etwas Geduld.

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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von MinaHarkness »

..

Ich habe jetzt geteilt und werde bald dazu schreiben, sobald ich etwas recherchiert habe. Es tut mir leid, zu lesen, dass bereits jetzt, mit noch wenig anwesendem Publikum, es viele Menschen gibt, die schlechte Erfahrungen haben machen müssen. Das sollte eigentlich nicht sein. Schon gar nicht in dieser geballten Ladung. :shock:

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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Janundso »

Was ich mich ja frage - weshalb das so scheinbar ist.

Kenne jemanden, der meinte, Psychologie Studenten sind meistens total tolle Menschen. Und LeFloid meinte auch in einem Interview, dass da nur tolle Menschen sind.

Vielleicht einfach ne Kombi aus "Leute, die Machtpositionen mögen studieren das eher" und "Verbitterung durch den Beruf mit der Zeit"?
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MinaHarkness
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von MinaHarkness »

..

Gut, also..
eventuell nehme ich das Folgende dann auch noch in ein Infothema mit Meldestellen und Notfallnummer auf, welches Oxy letzthin angeregt hatte. Nichtsdestotrotz finde ich wichtig, hier einmal darzustellen, dass es diese "Therapieunfälle" und diverse, durch Therapeuten verursachte Therapieschäden, nicht erst seit gestern gibt. Ich habe das hier alles gelesen und die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Ich werde die hier geschilderten , z. T. regelrecht verstörend missbräuchlichen Erfahrungen, zum Anlass nehmen, in dem anderen Thread, aus dem ich das hiesige Thema herausgeteilt habe, noch explizit darauf einzugehen, was ein Therapeut darf und was nicht.

Natürlich sind Therapeuten auch "nur Menschen" und jeder hat mal einen schlechten Tag, und stößt den Patienten / Klienten womöglich ungewollt vor den Kopf. So wie ein Chirurg auch mal einen schlechten Tag hat und die Narbe dann vielleicht nicht ganz so akkurat und etwas größer als gewöhnlich ausfällt. Vergisst er hingegen das Besteck im Patienten oder bringt diesen sonst wie in ernsthafte Gefahr, so ist das ein klarer Kunstfehler; und solche gibt es ebenfalls bei Therapeuten. Diese sind Fachpersonal und arbeiten nach klaren Richtlinien. Unterlaufen oder ignorieren sie diese, dann ist das nicht statthaft! :!:

Aus diesen u. ä. Umständen heraus (Machtgefälle, inhumane Betrachtungsweise etc.), entwickelte sich die kritische Psychologie: [Externer Link : bitte anmelden]

Vorerst habe ich bisher eine Stelle gefunden, die explizit eine Beratung anbietet:
Die Angebote des FKPsych in Kurzform:

Information und Beratung zu sämtlichen psychotherapeutischen Fragestellungen und Problemen; insbesondere zu sogenannten Therapieschäden, Problemen also, die (sekundär) aus psychotherapeutischer Behandlung entstanden sind.

Information und Beratung zu sogenannten Sekten und Psychokulten und die von diesen eingesetzten Techniken und Verfahren; desgleichen zu Techniken und Verfahren der Psycho-, Esoterik- und Alternativheilerszene.

Starthilfe und Supervision von Selbsthilfegruppen.

Unterstützung von Therapiegeschädigten, Therapieabbrechern, Kirchen-, Psychokult- und Sektenaussteigern (sowie ihren Angehörigen) auf sämtlichen Ebenen.

Unterstützung bei der Suche nach seriöser Therapie.
Zu finden hier: [Externer Link : bitte anmelden]

Hinzu kommt, dass man sich natürlich auch jederzeit an seine Krankenkasse und die zuständigen Therapeuten- bzw. Berufsverbände wenden kann. Selbst bei der Verbraucherzentrale kann man solche, als schwarze Schafe sich darstellenden, Therapeuten ggf. melden. (Psychiater zusätzlich der Ärztekammer.) Was den gesamten Prozess erschwert und wohl auch von den Meldenden als extrem frustrierend erlebt wird, ist die sehr genaue Prüfung, der solche Meldungen unterzogen werden (müssen), weil es natürlich den Sachverhalt verzerrt und den Therapeuten in Vorteil bringt, kann dieser sich darauf berufen, der Patient erliege aufgrund seiner Verfasstheit diversen Verzerrungen in seiner Wahrnehmung.

Ich werde im Folgenden noch darauf eingehen, was man selbst als Patient / Klient, in solchen Fällen tun kann, um sich gegen derartige Zuweisungen abzusichern. Ebenso werde ich versuchen, weitere Beschwerde- und Beratungsstellen zu recherchieren.

LG Mina
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Anders_son »

Wollte nur kurz noch ein paar Gedanken äußern.

Qualitätsüberprüfung ist nach dem Wort nach eine gute Sache.
Das Problem ist, dass eine Kontrolle auf Dauer objektiv und unabhängig sein
muss. Klar gibt es die ganzen Zertifizierungen, Checklisten usw. usw..

Ein Kontrolleur kann ein Dienstleiter in einem Markt von Dienstleistern sein. :kn:
Es geht um Schotter. Und ein entsprechendes Kennzeichnen ist eben auch notwendig
um Aufträge zu bekommen. Man schaut ja auf das Prüfsiegel. Ein Nachweis für die
Qualität.

Fundstück: [Externer Link : bitte anmelden]

Zitat aus o.a. Quelle (Quelle habe ich nicht weiter überprüft):
Qualität in der Psychotherapie zu fördern ist eine wichtige Herausforderung. Qualität der Psychotherapie ist jedoch ein "zerbrechliches Gut". Psychotherapie impliziert einen komplexen Prozess der Beziehungsaufnahme und -entwicklung und durch zu viel bzw. unangemessene Formen der Kontrolle besteht die Gefahr, dass Widerstand oder Abwehr gefördert werden, die letztlich die Qualität gefährden (Vogel & Laireiter, 1998).

Wenn man sich die Mühe macht und auch gewinnorientierte Wirtschaftsunternehmen betrachtet, stellt man fest, dass viele angeblich ein gutes Qualitätsmanagement haben.
Trotzdem ist die Qualität für den Kunden oft miserabel. Kostendruck/Gewinn. Oder es werden ungeeignete
Behandlungsformen gewählt, weil sie das X-Fache einbringen. So ein Krankenhaus muss sich tragen. :shock:

Studien gibt es ja. Aber:

[Externer Link : bitte anmelden]

Zitat aus o.a. Quelle
Wenn ein Vertreter einer bestimmten Psychotherapieform die Studie selbst durchführte, erscheint sie deutlich wirksamer, als wenn andere das tun. Nur weniger als zehn Prozent der untersuchten 250 Studien zeigten keine dieser Verzerrungen.


Ich frage mich ja, warum es beispielsweise für Studien keine härteren Vorschriften gibt. Lobbyismus? Irgendwie hängt alles
zusammen.
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Janundso »

@Mina

Meinen Therapeut hab ich ja bei der Ärztekammer gemeldet. Hast du zufällig Infos, was passieren würde, wenn er es leugnet? Kann ein Psychologe testen, ob der Therapeut auf Abwehrmechanismen wie Projektion, Rationalisierung und Verdrängung übermäßig zurückgreift, wenn der Therapeut selbst es versucht zu verbergen?

Will meine narzisstische Rache ^^
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von MinaHarkness »

..

Hallo Jan..
ich kann natürlich mit schauen, im Rahmen meiner Suche, ob ich über etwas stolpere, das Du womöglich noch in Anspruch nehmen oder versuchen könntest. So wie z. B. die verlinkte Beratungsstelle in meinem letzten Post, an die Du Dich wenden könntest mit Deinen Erlebnissen. Das Problem, das ich in Deinem Falle sehe, ist der Umstand, dass Du im Grunde Deine Stellungnahme bereits abgegeben hast und nun, im Nachhinein, kaum noch Möglichkeiten hast etwas richtig zu stellen; zumal Du über die Entscheidungsfindung ja nicht informiert und schon gar nicht darin einbezogen bist. Hast Du denn noch weitere Stellen informiert?

Generell kann ich Dir indes sagen, dass es einem Therapeuten / Psychiater / Behandler prinzipiell sehr schwer fallen wird, schlüssig zu erklären, warum er private Aktivitäten mit seiner Klientel unternahm, oder warum diese über sein eigenes Elternhaus (und eventuelle Problemstellungen darin) unterrichtet ist. Er könnte es sicherlich kategorisch bestreiten, bewegt sich jedoch bereits beim ersten Mal auf dünnem Eis. Kommen solche Beschwerden ein weiteres Mal in ähnlicher Weise vor, wird die Erklärungsnot manifest werden. Davon hast Du nicht unmittelbar etwas. Auf lange Sicht werden auf diese Weise jedoch so einige schwarze Schafe aus dem Verkehr gezogen; nur dass Du davon nichts mitbekommst. Und wenn, dann eher durch Zufall; es sei denn, es gibt tatsächlich einen größeren Skandal und Du wirst als Zeuge zu Gericht geladen. Doch so etwas ist glücklicherweise selten.

Glücklicherweise, weil es, bis es dazu kommt, schon sehr, sehr arg sein muss. Du könntest indes selbst über eine Klage nachdenken. Müsstest allerdings gut abwägen, inwieweit Du das, was Dir geschehen ist, belegen kannst. Das bringt mich dazu, dass ich schrieb, noch darlegen zu wollen, wie man in dem Falle vorgeht, wenn man das Gefühl bekommt, der eigene Behandler leistet sich massive Kunstfehler. Das habe ich in Arbeit.

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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Janundso »

MinaHarkness hat geschrieben: 19. Aug 2021, 17:11
..

Hallo Jan..
ich kann natürlich mit schauen, im Rahmen meiner Suche, ob ich über etwas stolpere, das Du womöglich noch in Anspruch nehmen oder versuchen könntest. So wie z. B. die verlinkte Beratungsstelle in meinem letzten Post, an die Du Dich wenden könntest mit Deinen Erlebnissen.

Generell kann ich Dir indes sagen, dass es einem Therapeuten / Psychiater / Behandler prinzipiell sehr schwer fallen wird, schlüssig zu erklären, warum er private Aktivitäten mit seiner Klientel unternahm,
Danke, aber ich glaube ich brauche keine weiteren Beratungsstellen. Ihn anzuklagen habe ich auch überlegt - hätte aber wenig Lust, falls zu seinen Gunsten entschieden wird, auf den Gerichtskosten sitzen zu bleiben.

Klingt ja schonmal ganz gut, wenn private Aktivitäten schon so problematisch sind.

LG Jan
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von MinaHarkness »

..
Janundso hat geschrieben: 19. Aug 2021, 17:39 Danke, aber ich glaube ich brauche keine weiteren Beratungsstellen.
Vielleicht in dem Kontext, Dir einen neuen, fähigen Therapeuten zu erschließen, der Dir helfen kann, die Wunden zu behandeln, die Du davon getragen hast und die nun dafür sorgen, dass Du Dich nicht mehr spüren kannst.
Ihn anzuklagen habe ich auch überlegt - hätte aber wenig Lust, falls zu seinen Gunsten entschieden wird, auf den Gerichtskosten sitzen zu bleiben.
Das verstehe ich. Zumal ein solches Vorhaben einen extremen Kraftakt bedeutet, der Dich womöglich, nicht nur auf monetärer Ebene, noch weiter beschädigen könnte. Ich sehe, dass Du beschädigt bist und kann wahrnehmen, was Dich umtreibt. Vielleicht hilft Dir diese Rückmeldung ein klein wenig.

Du bist im Recht. Ganz gleich, wie das im Einzelnen gelaufen ist, es ist nicht statthaft, und zeugt von mangelnder Verantwortung und Fachkompetenz, einen Patienten in solchem Zustand zurück zu lassen. Wenn er selbst Dich nicht hätte adäquat behandeln können, hätte er, wäre er korrekt gewesen, Dich weiter vermitteln müssen und klar benennen, dass das so ist.
Klingt ja schonmal ganz gut, wenn private Aktivitäten schon so problematisch sind.
Sie sind nicht nur problematisch. Sie sind klar untersagt und, so sie nachgewiesen werden können, und, wenn daraus ebenso nachweislich Schäden entstehen, auch strafbar / haftungspflichtig.

LG Mina
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von MinaHarkness »

..
MinaHarkness hat geschrieben: 19. Aug 2021, 17:11 Das bringt mich dazu, dass ich schrieb, noch darlegen zu wollen, wie man in dem Falle vorgeht, wenn man das Gefühl bekommt, der eigene Behandler leistet sich massive Kunstfehler. Das habe ich in Arbeit.
Bitte sehr --> Hier entlang! - wird dann fortlaufend ergänzt.

Nachfragen explizit dazu (zum Procedere), können dann ggf. dort gestellt werden.
Hier geht es dann weiter mit den schlechten Erfahrungen, die mich, wie ich schrieb, schon ziemlich erschüttert haben. Besonders auch, weil von den paar Leuten, die bisher hier zugegen sind, bereits ein derartig großer Anteil solche Erfahrungen zu berichten weiß. Das widerspricht jeglicher Statistik. :?

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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Janundso »

MinaHarkness hat geschrieben: 19. Aug 2021, 21:14 Vielleicht in dem Kontext, Dir einen neuen, fähigen Therapeuten zu erschließen, der Dir helfen kann, die Wunden zu behandeln, die Du davon getragen hast und die nun dafür sorgen, dass Du Dich nicht mehr spüren kannst.
Das wäre wohl tatsächlich nicht schlecht. Wie würdest du da vorgehen? Ich glaube, ich würde einfach gucken, ob der Therapeut Traumatherapie als einen seiner Schwerpunkte hat, und ob die Bewertungen auf Google Maps in Ordnung sind.
MinaHarkness hat geschrieben: 19. Aug 2021, 21:14 Du bist im Recht. Ganz gleich, wie das im Einzelnen gelaufen ist, es ist nicht statthaft, und zeugt von mangelnder Verantwortung und Fachkompetenz, einen Patienten in solchem Zustand zurück zu lassen. Wenn er selbst Dich nicht hätte adäquat behandeln können, hätte er, wäre er korrekt gewesen, Dich weiter vermitteln müssen und klar benennen, dass das so ist.
Tut gut das zu lesen :)
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Mischa
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Mischa »

Eine Bekannte von mir hat ihren Therapeuten verklagt. Er musste Schadenersatz leisten. Allerdings hat das Jahre gedauert und sie sehr viel Kraft gekostet. Das sollte man gut abwägen.

Die eigenen Nerven sind nicht über Schadenersatz zu ersetzen. Und in DE fällt sowas auch nicht üppig aus. Hier kannst du schon froh sein, wenn es für die Finanzierung einer Therapie reicht, die die Schäden notdürftig wieder ausbügelt, die man vorher genommen hat.

Ich hatte vor Ewigkeiten mal darüber nachgedacht einen der Chirurgen zu verklagen, die bei mir Murks gemacht haben. Die Beratung war derartig ernüchternd, dass ich mir das nicht angetan habe. Es ist nicht nur bei Psychotherapie ein Drama. Die Götter in weiß sind generell schwer zu fassen. Zumal eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. :kotz1:

Grüßerles!
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Wüstenrose »

Meine Eltern hatten bezüglich meines kleinen Bruders,auch nicht großherrlich Lust gehabt,jahrelang,womöglich jahrzehntelang zu prozessieren.
Evtl.hätten sie aber durchaus gute Chancen gehabt,zumal die damalige Kinderklinik auch dazu geraten hatte,damals aber hatten sie eh nicht das Geld gehabt,sich einen guten Anwalt zu suchen.Da mussten sie ohnehin den Pfennig 2x umdrehen,von daher haben sie das gelassen,aber es schwelte und gärte jahrelang unter der Oberfläche.Vor allem,weil man die Fehldiagnose stets vor Augen hatte,mitsamt den Problemen,die damit einhergingen.

Ich bin jedoch auch nicht besser,brachte meine Mutter in die Notaufnahme,sagte auch,das da wohl ein Schlaganfall sein könnte,war nicht bei der 1.Untersuchung dabei,jedenfalls schickten sie die Madam wieder nach Hause,mit der Bitte,das sie sich doch nächsten Werktag bei ihrem HA vorstellen möge :o :evil: Sie hatte große Angst vor KH,im Hintergrund lief bei ihr so ein Film ab,das wir dann,wenn sie da drinne läge,ihre "Unordnung"beseitigen könnten.
ich hätte dieses KH verklagen müssen,eigentlich.Aber ich weiß ja nicht mal,was die da in dem Zimmerchen gesagt hat,zu einer Aufnahme kam es nicht,zum HA ging sie auch nicht,denn der Zustand verschlechterte sich stündlich,am nächsten Tag ging fast nichts mehr.Notarzt gerufen,der diskutierte da noch mit einem herum :o am Telefon,bis die dann doch ausgerückt waren,es zählte jede Minute,das hat auch das nächste KH auf der ganzen Linie vermasselt,aber sowas von,Fr rein,5 Tage später tot.

Und wenn ich jetzt lese,bei diesen Symptomen blabla,Schlaganfall,blabla,rufen Sie den Notarzt,ja da kann ich nur böse lachen.Sollte noch Zusatz stehen,aber bitte nicht an Feiertagen,kurz davor oder danach und schon garnicht am Wochenende.Von Mo bis Fr könnte einem das eher das Leben retten.

Trotz eindeutiger Symptome,sassen wir stundenlang in der Notaufnahme,trotz mehrfacher Bitte,sich mal zu kümmern (die Schwester da unwirsch,ja ihre Mutter ist nicht die einzigste Patientin hier,Sie sehen doch,was hier los ist,ausserdem,woher wollen Sie wissen,das das Schlaganfall ist?Haben Sie Medizin studiert? :pgun: :pgun: )jaja,zählt ja jede Minute,dann aufm Pott zusammen gebrochen,erst da wurde was unternommen,dann nochmal schöne herum gedoktert und viel zu spät an die Schlaganfallklinik überwiesen bzw.überführt.
Die haben einen Schlaganfall vor Augen gehabt und diagnostiziert wurde vorher,vom Notarzt,"eingeklemmter Nerv" :pgun: :pgun: :pgun: :pgun: der war wohl noch besoffen oder was? :pgun: und aus diesem Grunde durften wir in der Notaufnahme versauern.War ja nichts dramatisches.
Hatte überlegt,die vor Gericht zu zerren,aber wollte auch nicht jahrelang rum streiten.Davon wäre sie auch nicht wieder lebendig geworden,habe lieber die verbliebene Zeit mit meinem alten Herrn verbracht,der wurde auch sterbenskrank.
Die verborgene Quelle des Humors ist nicht Freude,
sondern Kummer.
(Mark Twain;1835-1910,Schriftsteller,Quelle:Poesiealbum)
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Mischa
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Mischa »

Deine Katastrophenhistorie liest sich niederschmetternd, echt jetzt @ Wüstenrösle. :( Tut mir leid für dich/euch.

Ich habe hier eine Nachbarin gehabt, deren Mann haben sie im Krankenhaus definitiv schlecht behandelt. Er verstarb an einer Infektion mit Krankenhauskeimen. Die Nachbarin klagte nicht, weil ihr von einer Anwältin in ihrer Verwandtschaft klar gesagt wurde, dass sie damit ihr eigenes Leid verlängern würde. Ihr Mann käme davon auch nicht zurück. Und die Aussicht auf Erfolg einer solchen Klage wäre mehr als fraglich.

Das ist die Realität der kleinen Leute. @ Jan, ich glaube nicht, dass Therapeut ein besonders 'mächtiger' Beruf ist. Eher einer, in dem große Schäden möglich sind. Aber davon gibt es viele.

Selbst Architekten, die kungeln, sind für Menschenleben verantwortlich. Billigeres Baumaterial, der Rest wandert in die Taschen der Baufirmen und sonstiger Fachkräfte, abgerechnet wird teuer. Das fällt erst auf, wenn das Bauwerk einstürzt. Ich erinnere mich dunkel, dass das mal bei irgendeiner Sporthalle der Fall war. Die Menschen waren tot und aufgefallen ist das erst im Anschluss durch ein Gutachten. Das Bauwerk stand allerdings bereits über 20 Jahre oder so.

Kann ja mal vorkommen. :roll: LKW Fahrer die einschlafen und Massenkarambolagen verursachen, mit 'zig Toten. Lebensmüde Piloten, die Maschinen gegen Berge steuern. Es gäbe so viele Beispiele, bei denen es Tote gibt oder geben könnte. Ich denke, bewusst nimmt man das immer erst wirklich wahr, wenn man selbst ein 'tragischer Kollateralschaden' wird. Und dann froh sein kann, wenn man lebend rauskam.

Grüßerle!
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cats55
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von cats55 »

Mir hat das unprofessionelle Verhalten der HP,das sie offen sagte sie sieht das mit der professionellen
Distanz nicht so eng damals gefallen,und wie.
Wie sollte jemand der so verzweifelt einsam ist wie ich ihr Verhalten,das sie mir Privates von sich
erzählt hat,das wir uns gegenseitig Bücher ausgeliehen haben,das sie mir an der Stunde immer
15-20 Minuten dazu gab,das es ab und zu Berührung,Körperkontakt gab anders verstehen als als
Freundschaftsangebot ?
Wir haben täglich,manchmal mehrmals täglich gemailt.
Natürlich war ich mir felsenfest sicher das ich etwas besonderes für sie bin.
Als sie in meinen Stadtteil zog meinte sie man könne sich ja mal zum Kaffee treffen.
Davon sprach sie dann nie mehr,da hatte anscheinend sogar sie gemerkt das sie zu weit gegangen war.
Die Dame war der Meinung man könne meine immer mehr eskalierende emotionale Abhängigkeit
von ihr am Ende der Therapie problemlos wieder auflösen ?
Wie denn ? Nachdem sie mich zumindestens kurzfristig dazu gebracht hatte den Kontakt
mit R. abzubrechen hatte ich doch niemanden mehr außer ihr.
Und am Ende war ich natürlich allein daran Schuld das die Therapie mit Vollgas vor die Wand
gekracht ist,hat sie entsetzt und angewidert auf meinen Irrglauben sie wäre meine
Freundin reagiert.
Ich habe damals nichts unternommen gegen sie,hätte auch nicht gewusst wie.
Ohne die Hilfe von S. und EFT würde ich heute noch im Netz dieser unseligen emotionalen
Abhängigkeit zappeln.
Manchmal hätte ich zu gern ein paar Minuten allein mit E.A. um ihr meine Wut verbal um die
Ohren zu hauen. Das würde nichts nützen,sie würde nicht verstehen wie sehr mir ihr mir
aus Mitleid Freundschaft spielen geschadet hat.
Es ist über 5 Jahre her. Ich sollte die Sache endlich abhaken,vergessen.
Klar kann ich versuchen
weniger egoistisch zu denken.
Ich weiß nur nicht
was ich davon habe ?
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Inmymind »

Mein Bruder hat seine Psychotherapie abgebrochen, nachdem es ihm immer schlechter ging. Er berichtete davon, dass die Therapeutin ihm das Gefühl gegeben hätte, sie würde ihn für einen Versager halten. Nachdem er sich dann auch noch anhören durfte, er würde sich das einbilden, hat er Jahre gebraucht bis er es nochmal in Angriff genommen hat. Seine Depressionen waren irgendwann extrem. Die Therapie, die er jetzt macht, die läuft scheinbar ganz gut. Er war auch in einer Tagesklinik zwischendurch. Die hätte ihm viel gebracht meint er. Vermutlich kann man das nicht pauschalisieren. Allerdings scheint es tatsächlich eine nicht unerhebiche Anzahl von Stümpern zu geben. Ich habe dazu einen Artikel gefunden. [Externer Link : bitte anmelden] Läuft zu oft nach Schema F und die Psychotherapeuten machen es sich zu einfach. Nach einer gewissen Zeit ist das Routine. Das ganze Leid, dabei stumpft man auch einfach ab glaube ich.
Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer.
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Ed209 »

Ich merke in der Regel relativ schnell ob ein Therapeut zu mir passt. Einaml brauchte ich dafür 15 Sitzungen, aber bei einem halben Dutzend anderer Therapeuten waren nur 1-2 Gespräche notwendig um zu merken, dass ich dort falsch aufgehoben bin.

Mit dem Therapeuten den ich jetzt habe bin ich zufrieden, bin mir aber noch nicht sicher ob ich, wenn meine Therapie nächstes Jahr ausläuft, weiter mache und wenn ja, in welche Richtung.
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cats55
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von cats55 »

Was nützt es ob der Therapeut zu einem passt oder nicht wenn es einfach keine freien Therapieplätze gibt ?
Ich habe 2014,bei meinem letzten Versuch über die Krankenkasse Therapie zu machen von denen eine
Liste mit Therapeuten bekommen die ich ab telefoniert habe.
ich habe im Umkreis von 50 Kilometer um mein Heimatkaff gesucht und nur Absagen bekommen.
Die einzige die mich überhaupt zu einem Erstgespräch eingeladen hat war eine ganz junge Verhaltenstherapeutin
von um die 30. Natürlich hat mir so ein junges Gemüse mit erster eigener Praxis nicht gepasst
aber ich hätte mich zähneknirschend,weil ich eben keine Alternative hatte,darauf eingelassen.
Letztendlich hat sie es dann abgelehnt eine Therapie für mich zu beantragen.
Klar kann ich versuchen
weniger egoistisch zu denken.
Ich weiß nur nicht
was ich davon habe ?
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Ed209 »

Die Therapeuten mit denen ich mich am besten verstanden habe waren jüngere. Das kann natürlich Zufall sein, aber ich würde generell das Alter nicht als Entscheidung bei der Suche nach einem Therapeuten heranziehen.
Ich musste zwar auch pro Vorgespräch mindestens 20 Telefonate führen, aber ich vermute mal, dass man auf dem Land noch schlechtere Karten hat.

Würde es für dich in Frage kommen, für bessere therapeutische Möglichkeiten, in eine größere Stadt zu ziehen?
Wenn nicht, würde mir als temporäre Therapiemöglichkeit nur eine Klinik einfallen.
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Re: Psychotherapie: Schlechte Erfahrungen mit Therapeuten

Beitrag von Tombstone »

Ich halte von Therapeuten nichts. Labertaschen. Jedesmal eine andere Diagnose. Und eine dicke Rechnung. Nehme das nicht mehr ernst. Will aber auch keinem seine Illusionen nehmen. Nur meine Meinung. Danke Tombstone.
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