Trennung und Abgrenzung von der Herkunftsfamilie

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alpa2022
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Trennung und Abgrenzung von der Herkunftsfamilie

Beitrag von alpa2022 »

Hallo zusammen,

ich bin neu hier,dennoch plagt mich seit einiger Zeit mein Thema mit der Familie...
Heute ist das Zuckerfest in der islamischen Welt.Ich stamme aus einer türkischen Familie,wo die Feste gefeiert wurden..
Ich habe keinen Kontakt mehr zu meiner Herkunftsfamilie.Mein Vater ist tot,zu meinen Geschwistern habe ich keinen Kontakt,auch nicht zu meiner Mutter.
Es ist viel passiert in meinem Leben,viel Schmerzhaftes und auch Schlimmes.
Die letzten Jahre hat sich das so entwickelt,dass ich immer mehr schädliche und zerstörerische Muster loslassen konnte (Drogen,Nikotin,Zucker und toxische Menschen und Gruppen),so dass ich irgendwann auch nicht mehr zu meiner Familie gehen konnte und ich mich abgregrenzt habe...

Ich bin dennoch sehr traurig,immer wieder,auch heute erst recht.Vor 14 Monaten habe ich auch meine Heimatgegend in der schwäbischen Provinz verlassen,so dass ich,gefühlt und tatsächlich,meine Heimat und meine Familie verloren habe.
Obwohl ich durch meine Familiengeschichte mehrfach traumatisiert bin,und auch unter der komplexen PTBS leide,fühle ich mich dennoch massiv schuldig damit,meiner Familie,aber vor allem meiner Mutter,den Rücken zugedreht zu haben.Dennoch,das sagt mir meine innere Stimme immer wieder,kann es für mich kein Zurück geben.

Es sieht wohl so aus,als ob ich auch meine langjährige Beziehung beenden musste.Seit einigen Tagen bin ich nun komplett auf mich gestellt.
Ich habe das Gefühl,dass ich noch nie soviel Abschied nehmen musste,so sehr loslassen musste wie in den letzten Jahren.
Für mich ist das traurig,unendlich traurig.Abschied nehmen,von der Vergangenheit,von geliebten Menschen und Orten,das ist echt hart für mich.

Kennt das jemand hier,sich schmerzvoll von der eigenen Familie trennen zu müssen bzw.von Beziehungen,die nicht (oder nicht mehr) gut tun?
Würde mich über Anregungen freuen.

Grüße,Alpa
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MinaHarkness
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Re: Trennung und Abgrenzung von der Herkunftsfamilie

Beitrag von MinaHarkness »

..

Lieber Alpa..
zuerst einmal, es tut mir leid, dass Du nun eine so schwere Zeit durchmachen musst. Ich habe seit Jahrzehnten keinerlei familiäre Kontakte mehr und lebe auch sonst recht zurückgezogen. Allerdings nicht (mehr) alleine. Abschiede, besonders die von der eigenen Familie oder aus engem Bindungen, sind die schwersten von allen; das weiß ich auch. Besonders schlimm ist es, wenn man das Gefühl hat, dass hinter einem nur noch verbrannte Erde zurück bleibt und vor einem liegt in gewisser Weise eine Art Ungewissheit im Nebel. Dennoch ist es auch positiv, wenn Du beschreibst, wie Du Dich aus Verbindungen hast lösen können, die Dir nicht gut getan haben.

Warum hast Du besonders bei Deiner Mutter ein schlechtes Gewissen? Hast Du das Gefühl, sie quasi "verlassen / im Stich gelassen" zu haben? Wie war denn Eure Familiensituation (wenn Du darüber schreiben magst)? Angemerkt noch, dass Du ab 10 Beiträgen auch im geschützten Tagebuch-Bereich lesen und schreiben kannst, falls Dir das dort angenehmer sein sollte und Du Deine Gedanken vielleicht in einem geschützten Rahmen ordnen magst. Was meinst Du denn, was Dich jetzt trösten könnte? Denn Trost ist - glaube / vermute ich - was man in solchen Situationen benötigt um wieder Zuversicht, Hoffnung und Lebensfreude zu finden.

:hdl: LG Mina
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alpa2022
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Re: Trennung und Abgrenzung von der Herkunftsfamilie

Beitrag von alpa2022 »

Hallo,

Liebe Grüße
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Mischa
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Re: Trennung und Abgrenzung von der Herkunftsfamilie

Beitrag von Mischa »

alpa2022 hat geschrieben: 2. Mai 2022, 21:09 Hallo,

Liebe Grüße
Scheinbar editiert? Schade. Ein bisschen Zeit sollte man den Antwortenden schon geben. ;)

Grüßerles!
Mischa
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