HASS - Wie geht ihr damit um?

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Morue
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HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

Hallo.

Dieses Mal möchte ich nicht von vorn herein über mich erzählen, sondern euch fragen, werdet ihr von (einigen) Menschen gehasst und warum? Wenn ja, wie geht ihr damit um? Bekommt ihr Hilfe, in welcher Form auch immer? Diese Kurzeinleitung war für mich wichtig, um zu gucken, ob wir die gleiche Sprache sprechen.

Gruß
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Ankylosaurus »

Man weiß das ja selbst nicht immer.
Wenn man morgens ein Messer im Rücken hat, dann erhöht das die Wahrscheinlichkeit. :D

Im Ernst, ich würde erst gucken, ob's ne Projektion von mir ist/sein könnte und mir dann klar machen, dass ich u.U. nichts dazu kann.
Falls doch, kann man versuchen einen Schritt auf den anderen zuzugehen, manchmal muss man es vielleicht ertragen, wenn man es nachvollziehen kann, dass der andere einen hassen könnte.

Ich glaube, ich werde nicht gehasst, weil ich im allgemeinen ein halbwegs netter Mensch. Einige finde mich bestimmt doof, weil das zum Leben dazu gehört, aber Hass, tendenziell eher nicht.
Morue
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

Ich denke, die meisten hier sehen das genauso wie du. Warum sollten Menschen einen hassen, wenn man denen keine konkreten Gründe liefert? Möglich, dass ich zur Minderheit gehöre. Um das Pferd von hinten aufzuzäumen, meine Frau sagt öfter, als ob du ein Schild über dir schweben hast, auf dem steht, sprecht mich bloß nicht an. Ich habe anderen gegenüber Stress und jeder sieht es mir an. In unserer Straße gibt es einen, der extra weg guckt, wenn ich an ihm vorbeifahre und ein anderer dreht sich sogar um 180° herum, um nicht grüßen zu müssen und der Nachbar zur rechten nimmt mich erst gar nicht wahr. Der zeigt mir seinen Hass in Gänze. Nicht einfach, damit umzugehen.

Ich habe das ja hier schon öfter kommuniziert. All das beruht auf mein Kindheitsstottern. Ich habe mir in über 50 Jahren sehr viele Feinde gemacht, Nicht, weil ich ein böser Mensch bin, sondern weil ich mich nie der gesellschaftlichen Norm angepasst habe. Und das mögen die Leute nicht und strafen mich mit all nur erdenklichen (non)verbalen und sozialen Abscheulichkeiten.

Wie gerne wäre ich tot. Jeden Abend während der Einschlafphase denke immer zu TOD, TOD, ich will sterben, TOD usw. Ich habe einfach keinen Bock mehr. Dieses "Tiefsinnige" Gebrabbel war nicht Ziel meines Threads. Ich wollte wirklich nur mal wissen, ob es hier User gibt, die aus dem Nähkästchen plaudern können, so wie du es getan hast, wenn auch mit einem positiven Touch. :irons:
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MinaHarkness
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von MinaHarkness »

..
Dieses "Tiefsinnige" Gebrabbel war nicht Ziel meines Threads. Ich wollte wirklich nur mal wissen, ob es hier User gibt, die aus dem Nähkästchen plaudern können, [..]
Grüß Dich @Morue..
dann "plaudere" ich mal.
Morue hat geschrieben: 2. Aug 2022, 22:18 Dieses Mal möchte ich nicht von vorn herein über mich erzählen, sondern euch fragen, werdet ihr von (einigen) Menschen gehasst und warum? Wenn ja, wie geht ihr damit um? Bekommt ihr Hilfe, in welcher Form auch immer? Diese Kurzeinleitung war für mich wichtig, um zu gucken, ob wir die gleiche Sprache sprechen.
Ja. Ich wurde vielfach und intensiv gehasst (werde es teilweise noch immer, meiner starken Vermutung nach) bis hin zu wiederholtem Stalking. Wie ich damit umgehe? Nun, Hass impliziert, dass der Hassende ein starkes Gefühl für mich hegt. (Nicht zu grüßen sehe ich nicht als "Hass", das ist viel zu wenig und maximal Ablehnung bis hin zur Verachtung. Beides ist mir gleich. Menschen sind halt teilweise schlichtweg Idioten. Wenn sie das brauchen, bitte. Mich muss das nicht scheren.) Ergo verfahre ich nach der Sichtweise: "Viel Feind. viel Ehr." Kurz, ich betrachte das als (mitunter sehr starken) Wunsch des Hassenden, meine Anerkennung / Beachtung (womöglich sogar Zuneigung / Liebe) zu erhalten; den er / sie als komplett frustriert erlebt und daraufhin Schmerz in sich empfindet - der dann zu diesem Hass auf mich führt. Diesen Gefallen, also ihm zu Willen zu sein, damit er / sie sich an mir abarbeiten kann, tue ich ihm / ihr nicht und ignoriere betreffende Personen einfach stoisch. (Manches Stalking verschwindet so von allein, bei anderen Gelegenheiten [selten] musste ich manipulativ bzw. offen aggressiv nachhelfen.) Soll er mal nett schmoren in seiner Hasssoße. Mir sind solche Leute meistens tatsächlich weitgehend gleichgültig. Darüber bin ich froh. Das bewahrt mich vor unnötigem Stress. :-)

Ich selbst hasse nicht, dazu bin ich schlichtweg zu emotionslos und finde es auch leidlich dämlich. So dringend bin ich auf niemandes Zuwendung / Aufmerksamkeit angewiesen, dass ich so etwas nötig hätte, tanzt er / sie nicht nach meiner Pfeife. Wenn ich so etwas wirklich wollte, müsste ich investieren und bekomme dann iaR auch was ich will. Indes, in 99,% der Fälle ist mir das den Aufwand längst nicht mehr wert. Menschen gibt es wie Sand am Meer und die meisten sind eh alle gleich (uninteressant für mich). Kurzum, dieses emotionale Herumgeeier erspare ich mir. Ist mir viel zu anstrengend. Ich lasse Gnade walten und begnadige meinerseits den Hassenden und mich selbst damit ebenso; schont die Nerven ungemein. Es gab Zeiten, da war es anders. Aber frau ist ja lernfähig. :hea:

LG Mina
Exkursionen, fern von Schablonen, können sich lohnen.
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Volantis »

Morue hat geschrieben: 2. Aug 2022, 22:18 Hallo.

Dieses Mal möchte ich nicht von vorn herein über mich erzählen, sondern euch fragen, werdet ihr von (einigen) Menschen gehasst und warum? Wenn ja, wie geht ihr damit um? (…)

Hallo Morue,

ja, werde ich.

Warum? Puh, kommt auf den Kontext an, würde ich sagen. Ich lasse mich durchaus manchmal beruflich sehr leidenschaftlich hassen, aber darum geht es dir wohl nicht. Allerdings weiß ich diesbezüglich, warum.

Privat ist das eine andere Baustelle und ich muss ehrlich zugeben, dass ich die konkreten Gründe nicht weiß (oder nicht verstehe). Wenn ich raten müsste, würde ich in die Richtung tippen, dass es Unmut hervorruft, dass ich nicht tue, was besagte Personen möchten, sie nicht beteilige, ihnen nicht das gebe, was sie wollen, kein Interesse an Kontakt habe… und wahrscheinlich auch einfach nichts mit ihnen anfangen kann. Mich erstaunt ehrlich gesagt immer wieder, wie aufgebracht Menschen sein können, weil sie einem egal sind :oehn: . Ich mache schließlich gar nichts.

Ich gehe damit gar nicht um. Die Hassgefühle anderer gehen mich schließlich nichts an.
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von cats55 »

Meine Restfamilie in Spanien hasst mich.
Bis zu einem gewissen Punkt kann ich verstehen warum.
Zum Glück liegen 1200 Kilometer Distanz zwischen uns
und es gibt kaum noch Kontakt.
Es hat lange gedauert meine Nichte nicht mehr zu hassen.
Inzwischen sind mir die beiden egal.
Klar kann ich versuchen
weniger egoistisch zu denken.
Ich weiß nur nicht
was ich davon habe ?
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Anders_son »

Hallo,

Doch, mit Hass in verschiedenen Abstufungen bin ich immer wieder konfrontiert worden.

Ich kann mich da allerdings auch nur auf Vermutungen stützen. Und da Vermutungen einem nichts bringen,
versuche ich mich davon zu distanzieren. Es hat wahrscheinlich auch etwas mit Mißverständnissen und
einer gewissen Andersartigkeit meinerseits zu tun.
Ich sehe mich auch nicht so sehr in Abhängigkeit von Gruppenzwängen und kann mich darüber hinwegsetzen.
Das ist auch nicht gerne gesehen. :D Bin dann eben auch ein Störfaktor...gewesen. Für so etwas kann man
sogar bezahlt werden. :grin:

Es kommt dann allerdings auch auf meinen inneren Zustand an, wie weit ich mich davon distanzieren kann.
Auseinandersetzungen deswegen bringen so gut wie nichts. Negierungen und andere Dinge. Viele Leute sind
eben auch einfach feige. Ich natürlich auch.

Ob ich selber Hass empfinde? Bin im Grunde ein gutmütiger Mensch, der
eher daran arbeitet so etwas wie positive Wut zu haben. Das betrachte ich dann auch nicht als negativ.
Aber Hass? Warum? Die Liebe zu einer Frau kann ich nachvollziehen, da funktioniert die Chemie bei
mir normal. Aber Hass? Wäre für mich irgendwie auch zu anstrengend und warum soll ich dann irgendeinem
Idioten auch diese Aufmerksamkeit schenken?

Aber neben Hass gibt es eben auch noch etwas Anderes. So ein Gefühl für eine gewisse Form von Gerechtigkeit.
Auch ausgleichende Gerechtigkeit. Aber das hat mit Hass nicht zu tun.

Ich weiß nicht, ob wir unter Hass hier alle das Gleiche verstehen. Ein Wegschauen hat für mich nicht direkt
etwas mit Hass zu tun. Kann es, muss es aber nicht. Derjenige "negiert" einen dann halt. Weil er vielleicht
bestimmte Dinge nicht an sich herankommen lassen will? Weil ihn was stört?

Ich kann mich erinnern, wie ich jemanden "negiert" habe. Das geschah nicht aus Hass, sondern aus einer
Abgrenzung heraus, die in dem Moment für mich wichtig war. Zur Zeit macht ja Ghosting ja auch so die Runde.
Ich glaube nicht, dass dann da immer Hass eine Rolle spielt, sondern es eben auch andere Beweggründe
geben kann.

LG Anders_son
„Um Böses zu tun, muss ein Mensch zuallererst glauben, dass das, was er tut, gut ist.“
Alexander Solschenizyn

zitiert von Anders_son (ehemals Oxymon)
Morue
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

MinaHarkness hat geschrieben: 3. Aug 2022, 00:38 Ich selbst hasse nicht, dazu bin ich schlichtweg zu emotionslos und finde es auch leidlich dämlich. So dringend bin ich auf niemandes Zuwendung / Aufmerksamkeit angewiesen, dass ich so etwas nötig hätte,
Nabend Mina.

Ich antworte mal peu à peu, wird mir sonst alles zu viel und für euch muss es ja Volumenmäßig auch noch lesbar bleiben.

Leider lechze ich förmlich nach Anerkennung anderer. Aber mit deiner Interpretation, was den "Hass-Light" angeht, also Ablehnung und max. Verachtung, damit könnte versuchen umzugehen. Es geht ja auch nur um eine Handvoll Menschen in meinem Wohnumfeld, kein Vergleich zu meinen ersten 2 Jahrzehnten, in denen die Post so richtig abging.

Was du sonst noch geschrieben hast, dass du z.B. (selten) manipulativ bzw. offen aggressiv nachhelfen musstest, das hätte ich z.B. während der Lehre machen sollen. Es gab da einen, der hat mein Leben derart zerstört, dass ich da heute noch von zehre. Manchmal möchte ich ihn :pgun:
Aber selbst wenn ich wüsste, wo der wohnt, würde ich nichts tun, denn mit so einer Last würde meine Seele nicht fertig werden. Vieles an "Lebenserfahrung" habe ich aus dem Fernsehen. Und ich habe schon sehr oft die Frage gehört, ob der Hass mit einem Schlag vorbei wäre, in dem man den Auslöser eliminiert? Da habe ich zum ersten mal richtig drüber nachgedacht, was das bedeutet. Also was mich angeht, selbst wenn ich ihm eine verpassen würde, änderte sich an meinem Leben nicht das geringste. Also lasse ich es.

Ich selber hasse auch nicht, bis auf meine zum Glück vor 4 Jahren verstorbenen Alten. Vorläufiges Fazit. Ich werde mal versuchen, ob ich das Verhalten dieser Nachbarn neutraler einschätzen kann. Beim Nachbarn zur Rechten bin ich schon auf einem guten Weg. Noch vor ein paar Wochen habe ich gedacht, wenn er mit seinem Wagen auf dem Hof parkte und ausstieg, komm, schau in meine Richtung, damit ich grüßen kann. Erbärmlich, ich weiß. aber damit ist nun Schluss. Soll der Zufall entscheiden.

So, mein heißes Notebook schreit um Abschaltung. :shock: ;)

Gruß
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

Volantis hat geschrieben: 3. Aug 2022, 05:40 Warum? Puh, kommt auf den Kontext an, würde ich sagen. Ich lasse mich durchaus manchmal beruflich sehr leidenschaftlich hassen, aber darum geht es dir wohl nicht. Allerdings weiß ich diesbezüglich, warum.
Doch Volantis, damit kann ich definitiv etwas anfangen, denn mit Hass wurde ich auch beruflich konfrontiert. Ist schon 8 bis 10 Jahre her, aber es ist so frisch in meinen ansonsten spärlichen Erinnerungen, als ob es gestern gewesen wäre. In meiner letzten Firma vor der Erwerbsminderungsrente gab`s da so einen beliebten Kollegen. Jeder mochte ihn, ich im Grunde auch. Ich konnte ja nicht ahnen, wie sehr es in ihm bereits brodelte.

Ich hatte gerade eine 4 monatige Sprachtherapie hinter mir, aber ich wusste schon während der Therapie, dass die von allen erwartete Höflichkeits-Floskel "Herzlichen Glückwunsch" für mich immer noch eine unüberwindbare Hürde war. Ich ging also auf den Kollegen zu, versuchte es herauszupressen, merkte nach 2 Sekunden, dass ich es nicht schaffe, machte auf dem Absatz kehrt, da rief er mir ein "xxx, bist du eine sture Sau".

Das meine ich mit Hass. Wenn Menschen aus der Norm fallen, stößt das bei vielen sauer auf, vor allem, wenn die Ablehnung über die Jahrzehnte hinweg zunimmt.
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Volantis
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Volantis »

@Morue , wow, was für eine Blitzbirne :how:


Wobei mir bei deiner Schilderung aufgefallen ist, dass ich solche Konflikte (im Sinne von offener Konfrontation, Beleidigungen etc.) überhaupt nicht kenne. Weder beruflich noch privat.
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Ankylosaurus »

Morue hat geschrieben: 4. Aug 2022, 21:57 Ich ging also auf den Kollegen zu, versuchte es herauszupressen, merkte nach 2 Sekunden, dass ich es nicht schaffe, machte auf dem Absatz kehrt, da rief er mir ein "xxx, bist du eine sture Sau".
Inwiefern bist Du sicher, dass Hass sein Motiv war?
Ich sehe das in dieser Darstellung nicht zwingend so. Wie hast Du Dich sonst mit ihm verstanden?
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

Volantis hat geschrieben: 5. Aug 2022, 05:01 Wobei mir bei deiner Schilderung aufgefallen ist, dass ich solche Konflikte (im Sinne von offener Konfrontation, Beleidigungen etc.) überhaupt nicht kenne. Weder beruflich noch privat.
Ich komm` dir mal mit 2 Verhaltensweisen, die viele Menschen betrifft und ich schließe mich nicht aus, wenn mein Leben anders verlaufen wäre. Das sah und sehe ich bei meinem Alten und bei meinem Bruder immer noch. Der Mensch ist ein soziales Wesen, ohne Kontakte geht er ein. Das trifft in Teilen auch auf mich zu. Nur vor`m TV abhängen ist auch nicht das wahre. Darum suche ich ja zumindest nach Telefonkontakten und/oder psychische Kontakte vor Ort. Was andere betrifft, wenn sie seh`n, dass einer der ihren Kontaktmäßig aus der Reihe tanzt, sich immer abseits aufhält, mag es zunächst mit Verwunderung und Ablehnung anfangen, aber später ändert sich deren Verhalten in Hass (Light). Wie bei diesem Vollpfosten in der Firma. Oft wird mir vorgehalten, ich bilde mir das alles nur ein, ich weiß, was das bedeutet, doch wenn man 5 Jahrzehnte Verhaltensweisen studiert hat, weiß, wo von man spricht. :da:

Manchmal, wenn im Fernsehen über eine Sittenwidrige Straftat beichtet wird und der Täter steht bereits fest, dann sollste mal die Mitbewohner über den herziehen hören, wenn sie interviewt werden. Jaaaa das war immer schon so`n Sonderling, er hat sich nie an Straßenfesten beteiligt, blieb immer nur für sich. War nur ne Frage der Zeit, bis es zu dieser Straftat kam. Also das werden meine Nachbarn bestimmt nicht von mir denken, doch was das sich absondern angeht, das können die einfach nicht versteh`n.

Aber wie hier schon geschrieben, es handelt sich vielleicht um insgesamt 10 Leute aus meiner unmittelbaren Nachbarschaft, werde also von Hass (Light) Unverständnis und Verwunderung nahezu umzingelt, aber sonst geht`s. Kein Wunder, als Sozialphobiker habe ich eh keine Kontakte. :kn:
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

Ankylosaurus hat geschrieben: 5. Aug 2022, 07:12 Inwiefern bist Du sicher, dass Hass sein Motiv war?
Ich sehe das in dieser Darstellung nicht zwingend so. Wie hast Du Dich sonst mit ihm verstanden?
Zunächst gibt man jedem Menschen eine Chance. Später, wenn seine Verhaltensweisen anderen sauer aufstoßen, hat der in der Firma seinen Ruf weg. Ein Kollege dieses Vollpfostens, der früher an meiner Maschine arbeitete, galt bei einigen als stur. Hier mal ein kleiner Auszug, wie sehr er mich hasste, oder meinetwegen auch "nur" zu tiefst ablehnte. Ich sagte, du, ich will dir nichts, aber könntest du dir deine Programmänderung noch mal angucken? Du kannst mir eh nix. Mann muss die Interna kennen, um das richtig zu verstehen, denn da spürte ich zum ersten mal seinen blanken Hass, der sich über Jahre entwickelt hat. Für alle andern war ich nur eine schüchterne aber freundliche und nette Randfigur, die jeden grüßte. Ich hatte ja auch mit denen unmittelbar nichts zu tun.

Ich kam vor 20 Jahren mit schlotternden Knien in die Firma und hätte aufgrund meiner Ausbildung alle fachlich in die Tasche stecken müssen. Jeder von den Kollegen war ein Top-Autodidakt. Ich dagegen habe 4 Semester für diesen Bereich noch mal studieren müssen und konnte NICHTS. Und das wusste der Zweite, weswegen er mich auch ablehnte.

Und sein unmittelbarer Kollege, der mir die sture Sau hinterher rief. Bei ihm fing es irgendwann an zu brodeln. Denn er gehört zu denen, die die Schützenhalle als Letzte von außen abschlossen. Ja, deine letzte Frage ist in der Tat sehr schwer zu beantworten. Wir haben in den beiden Jahrzehnten wenn`s hochkommt 100 Sätze mit einander gewechselt und alle waren beruflicher Natur. Er war bei allen beliebt, ich fand` ihn auch freundlich, bis zu diesem schockierenden und überraschenden Überfall. Damit hätte ich nie und nimmer gerechnet.
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Ankylosaurus »

Morue hat geschrieben: 5. Aug 2022, 08:47 Oft wird mir vorgehalten, ich bilde mir das alles nur ein, ich weiß, was das bedeutet, doch wenn man 5 Jahrzehnte Verhaltensweisen studiert hat, weiß, wo von man spricht. :da:
Also, ich glaube ehrlich gesagt auch, dass da viel Kopfkino im Spiel ist. Die langen Jahre der Beobachtung sagen erst mal nichts, man tendiert allgemein dazu, für das was man denkt Belege zu finden, um sich bestätigt zu fühlen und das, was den eigenen Einstellungen widerspricht als Sonderfall, Ausnahme der Regel herunterzuspielen.
Das ist in der Psychologie des Einzelnen so und sogar Institutionen und die Wissenschaft funktioniert so.
Morue hat geschrieben: 5. Aug 2022, 09:25 Hier mal ein kleiner Auszug, wie sehr er mich hasste, oder meinetwegen auch "nur" zu tiefst ablehnte. Ich sagte, du, ich will dir nichts, aber könntest du dir deine Programmänderung noch mal angucken? Du kannst mir eh nix. Mann muss die Interna kennen, um das richtig zu verstehen, denn da spürte ich zum ersten mal seinen blanken Hass, der sich über Jahre entwickelt hat.

Das ist aber ein Bericht der streng aus Deiner Innenwelt stammt, als Außenstehender kann ich daran nichts ablesen.
Ich habe mal in einem Buch eine schöne Übung gelesen, die ungefähr so ging: Schauen sie sich eine Szene in der Öffentlichkeit, zwischen zwei Menschen an. 1. Suchen sie eine Erklärung für das Verhalten der beteiligten Personen. 2. Suchen sie 10 weitere Erklärungen.
Morue hat geschrieben: 5. Aug 2022, 09:25 Ich kam vor 20 Jahren mit schlotternden Knien in die Firma und hätte aufgrund meiner Ausbildung alle fachlich in die Tasche stecken müssen. Jeder von den Kollegen war ein Top-Autodidakt. Ich dagegen habe 4 Semester für diesen Bereich noch mal studieren müssen und konnte NICHTS. Und das wusste der Zweite, weswegen er mich auch ablehnte.
Studiert als Hauptschüler? Du müsstest also einen Meisterbrief haben.
Morue hat geschrieben: 5. Aug 2022, 09:25 Und sein unmittelbarer Kollege, der mir die sture Sau hinterher rief. Bei ihm fing es irgendwann an zu brodeln. Denn er gehört zu denen, die die Schützenhalle als Letzte von außen abschlossen. Ja, deine letzte Frage ist in der Tat sehr schwer zu beantworten. Wir haben in den beiden Jahrzehnten wenn`s hochkommt 100 Sätze mit einander gewechselt und alle waren beruflicher Natur. Er war bei allen beliebt, ich fand` ihn auch freundlich, bis zu diesem schockierenden und überraschenden Überfall. Damit hätte ich nie und nimmer gerechnet.
Dein Problem könnte sein, dass Du viel in/mit Dir selbst abmachst, statt nachzufragen, was verständlich ist, wenn Du aufgrund Deiner Stotterproblematik eine eventuellen Nachfrage, vor allem wenn Du emotional angespannt bist, als gewaltigen Stress empfindest. Da schweigst Du lieber und denkst Dir Deinen Teil. Aber weil Dauerverwirrung und Ungewissheit kein guter Zustand für die Psyche ist, verbunkerst Du Dich in einem negativen Menschenbild, in dem Du vermutlich das Gefühl hast, dass Dir aufgrund langer Beobachtungen niemand was vor macht und Du sehr genau weißt, wie/was die Leute so empfinden, wirklich empfinden.
Das wäre in meinen Augen eine runde Sache, mit der die Psyche gut leben kann. Du erlebst andere als feindselig, würdest gerne mal so richtig auf den Tisch hauen, kannst das aber nicht, weil die soziale Phobie Dich hemmt. Du würdest Deine soziale Phobie vermutlich überwinden, wenn Du so sehr kochst, dass Dir alles andere egal ist. Aber dann hättest Du andere Probleme. So hast Du Deine grimmige Aura, findest weitgehend alle doof, wirst aber in Ruhe gelassen, die peinliche Situation, die noch mehr Kopfkino produzieren würde, tritt nicht ein. Ein guter Selbstschutz.

Der Ausweg wäre, ganz langsam zu erkennen, dass die Motive anderer vielschichtiger sind und sie nicht nur darauf warten, sich über Dich das Maul zu zerreißen. Nur wäre dadurch Deine Sicht auf die Welt und Menschen gefährdet. Kannst Du damit was anfangen?

PS:
Ich meine auch, dass Du nicht schlecht schreibst, das Problem ist eher, dass Du nicht klar machst, wie Du zu Urteilen über andere Kommst, evtl. weißt Du das selbst nicht genau. Wenn Du das übst, wie und woran Du eigentlich die Gefühlslage des anderen zu erkennen meinst, kannst Du es besser darstellen, lernst Dich selbst besser kennen und gibst anderen die Möglichkeit für eine Rückmeldung, die Du dann lernen müsstest ernst zu nehmen.
Morue
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

Ankylosaurus hat geschrieben: 6. Aug 2022, 09:10 Also, ich glaube ehrlich gesagt auch, dass da viel Kopfkino im Spiel ist. Die langen Jahre der Beobachtung sagen erst mal nichts,
Erst mal nichts…….für den Außenstehenden, der nicht dabei war. Meine einzige „Zeugin“ ist meine Frau. Sie redet mir in dem Punkt nicht nach dem Mund, sonder erfährt Hautnah, wie angespannt mein Gesicht aussieht, wenn ich Jemandem gegenüberstehe. Und jetzt übertrage ich das mal auf alle Menschen, mit denen ich mehr oder weniger in Kontakt stand. Hier noch ein Beispiel. Mit denen drücke ich mich am „Klarsten“ aus. Während der Lehre wurde ich von einem täglich auf`s übelste nachgeahmt. Er war ein super Fußballer, was er auch beim Sport zeigte. Um ein wenig Milde ins Spiel zu bringen, sagte ich, du spielst wirklich super. Darauf er: Das brauchst du mir nicht zu sagen, das weiß ich selbst. Ich mache da jetzt kein Fass auf Ankylosaurus, aber wenn du auch da nicht diesen abgrundtiefen Hass erkennst, dann weiß ich auch nicht mehr.
Ankylosaurus hat geschrieben: 6. Aug 2022, 09:10 Ich habe mal in einem Buch eine schöne Übung gelesen, die ungefähr so ging: Schauen sie sich eine Szene in der Öffentlichkeit, zwischen zwei Menschen an. 1. Suchen sie eine Erklärung für das Verhalten der beteiligten Personen. 2. Suchen sie 10 weitere Erklärungen.
Ich weiß zwar, worauf du hinaus willst, aber das trifft nicht auf mein Leben zu. Dein Vergleich geht für mich in die Richtung, dass jemand anhand von Tintenklecksen auf dem Papier erklären soll, was er in ihnen „sieht“. Nicht mein Ding.
Ankylosaurus hat geschrieben: 6. Aug 2022, 09:10 Studiert als Hauptschüler? Du müsstest also einen Meisterbrief haben.
So wie heute die Abi-Note 4 zum studieren reicht, wenn auch nur für Luschistudiengänge und nicht für Medizin…….unfassbar, reichten damals 7 Jahre Berufserfahrung für 4 Semester NC-Anlagentechnik. Geht um Computergesteuerte Werkzeugmaschinen. Hätte ich besser mal sein gelassen. In 4 Jahren war ich bei 3 Firmen und ein Jahr Arbeitslos.
Ankylosaurus hat geschrieben: 6. Aug 2022, 09:10 Dein Problem könnte sein, dass Du viel in/mit Dir selbst abmachst, statt nachzufragen, was verständlich ist, wenn Du aufgrund Deiner Stotterproblematik eine eventuellen Nachfrage, vor allem wenn Du emotional angespannt bist, als gewaltigen Stress empfindest. Da schweigst Du lieber und denkst Dir Deinen Teil.
Ich belasse es mal bis hier hin. Dass ich viel selbst mit mir ausmache, ist offensichtlich. Trotzdem sollte man mir gegenüber, das meine ich jetzt allgemein, nie in Abrede stellen, zu erkennen, wie ich auf andere Menschen wirke. Die Zeit ist hier der entscheidende Faktor. Wie schon weiter oben geschrieben. Anfangs mag noch Verwunderung vorherrschen, später ändert es sich in Ablehnung. Danach entscheiden die Leute selbst, wie es weiter geht. Viele starrten vor sich hin, wenn ich ihnen entgegenkam usw. und insgesamt, ich würde mal schätzen, 10 Menschen haben mich gehasst. Die aus der Vergangenheit sind zwar noch in meinen Erinnerungen präsent, bestimmen aber mein Leben nicht mehr. Und dann wären da noch 3 Nachbarn, dessen Empfindungen reichen von tiefster Ablehnung bis hin zum Hass (Light). Und da lasse ich mich auch nicht von abbringen. ICH stehe an der Front und nur weil ich zu blöd bin, im Abi und/oder Studienstyle zu sprechen, bedeutet das nicht, dass ich meine eigene Situation nicht korrekt zuordnen kann. Und das schließt dein PS mit ein.

Das war nicht trotzig gemeint und ich bin sicher, dass es viele sozial starke Hauptschüler gibt, die sich so eloquent ausdrücken können wie du, oder wie viele andere hier, ich kann es nicht, google und die automatische Rechtschraipkorrektur helfen mir über das gröbste hinweg. Aber das nur am Rande.

Glaube nicht, ich wüsste die Arbeit, die du in deine Postings steckt, nicht zu würdigen, aber was mich angeht, liegst du zu 90 % daneben, weil du persönlich nie mit dieser Form von Ablehnung zu tun hattest, warum auch? Höchstens, wenn du nachts um 12 in der Wohnung Tuba spielst.

Eines meiner wichtigsten Begründungen dazu ist folgende und wieder ein Beispiel, was sonst? Der Film „Sully“ beruht auf einer wahren Begebenheit. Es geht um einen Flugkapitän, der nach einem Vogelschlag auf dem Hudson River notlanden musste. Als er später der Kommission gegenüber sagte jemand. Beidseitiger Triebwerksausfall in 900 Meter Höhe, sowas hat es bisher noch nie gegeben. Ich habe die Antwort des Kapitäns mindestens 20 x angehört, weil es so schwer zu verstehen war, aber du wirst trotzdem wissen, was ich meine.

Er sagte, es gibt immer alles solange nicht, bis es zum ersten Mal vorkommt. So einen hast du vor dir. 1 % der Deutschen stottern und davon sind 0,1 % psychisch Kranke so wie ich. Ich habe schon von Stotterern gehört, die Suizid begangen haben. Ich kandidiere hier bestimmt nicht zu Deutschland next top Psycho, oder next top Gehassten, aber meine excellente Selbstwahrnehmung und wie ich auf andere wirke, lasse ich mir nicht nehmen.
Ankylosaurus
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Ankylosaurus »

Hi Morue,

meine generelle Einstellung ist, dass jeder Mensch am besten über sich selbst Bescheid weiß. Man kennt sich, weiß in der Regel, was man kann und wo die Grenzen liegen, was man wann denkt und fühlt. Das betrifft nach meiner Überzeugung den größten Anteil eines Menschen. Darüber hinaus gibt es bei jedem Menschen mehrere Arten des Unbewussten. Vielleicht 5 oder 6, je nach Definition.

Wenn man sich gegenseitig helfen will, ist man zunächst auf die Darstellung desjenigen um den es geht angewiesen. Bei dieser Darstellung fallen einem dann manchmal bestimmte Wendungen, Muster und Eigenarten auf, die einem ins Auge springen, weil sie etwas anders sind, als gewohnt. Findet man bei jedem, man muss sich nur lange genug mit jemandem beschäftigen und ist kein Fehler, sondern unsere persönliche Art die Dinge zu sehen und anzugehen.

Es gibt zwei prominente Arten des Unbewussten, die erste ist ein Unbewusstsein aus Gewohnheit, in der Psychotherapie wird dies oft Glaubenssätze genannt. Heißt, man hat in der Vergangenheit, besonders in der Kindheit, oft immer wieder die gleichen Sätze gehört, die sich in die Psyche einbrennen (etwa: 'Wenn du es jetzt nicht schaffst, schaffst du es nie'), aber man hat sich nie gefragt, ob sie eigentlich stimmen, bis irgend jemand einen dazu auffordert, doch mal genau das zu untersuchen. Stimmt das wirklich? Gibt es Gegenbeispiele? Wie siehst du es heute?

Die andere Art des Unbewussten ist das, was wir von Freud kennen, auch da gibt es im Grunde mehrere Schichten, klassisch sind damit aber verdrängte Anteile gemeint, hier muss man etwas tiefer graben und Umwege gehen, um an diese Bereiche heran zu kommen.
Morue hat geschrieben: 6. Aug 2022, 17:05 Glaube nicht, ich wüsste die Arbeit, die du in deine Postings steckt, nicht zu würdigen, aber was mich angeht, liegst du zu 90 % daneben, weil du persönlich nie mit dieser Form von Ablehnung zu tun hattest, warum auch? Höchstens, wenn du nachts um 12 in der Wohnung Tuba spielst.

An der Stelle bewerten wir glaube ich Ablehnung anders. Ablehnung kenne ich, wie wohl jeder andere auch. Bestimmt haben mich auch mal Leute gehasst. Ich weiß nicht genau, ob das heute so ist, aber Ablehnung kenne ich auch heute noch, ich würde nur nicht alle Formen der Ablehnung auf Hass zurück führen.

Es können einen normalerweise nicht alle Menschen gleich gut leiden, manchmal sind das nur dumme Zufälle, manchmal spontane Antipathie, aber das muss kein Hass sein. Mein letzter Job war eine Springertätigkeit, immer andere Orte, in einem großen Konzern, die sich im laufe der Jahre wiederholten. Ich war im allgemeinen beliebt, aber es gab am Ende drei Leute ( von mehr als 1000) bei denen mich geweigert habe, mit ihnen zusammen zu arbeiten und ich bin da überdurchschnittlich tolerant.
Das waren in allen Fällen Menschen, mit denen alle und die mit fast allen ein Problem hatten und auch wenn meine Geduld da am Ende war, hatte ich nicht den Eindruck, dass die mich persönlich gehasst haben, die waren einfach einfach generell schwierig, aber man muss sich ja nicht jeden und alles antun. Wenn es sinnlos ist, dann eben nicht.
Vermutlich bewertest Du Ablehnung schneller als Hass, was meinst Du?
Morue hat geschrieben: 6. Aug 2022, 17:05 Eines meiner wichtigsten Begründungen dazu ist folgende und wieder ein Beispiel, was sonst? Der Film „Sully“ beruht auf einer wahren Begebenheit. Es geht um einen Flugkapitän, der nach einem Vogelschlag auf dem Hudson River notlanden musste. Als er später der Kommission gegenüber sagte jemand. Beidseitiger Triebwerksausfall in 900 Meter Höhe, sowas hat es bisher noch nie gegeben. Ich habe die Antwort des Kapitäns mindestens 20 x angehört, weil es so schwer zu verstehen war, aber du wirst trotzdem wissen, was ich meine.

Er sagte, es gibt immer alles solange nicht, bis es zum ersten Mal vorkommt. So einen hast du vor dir. 1 % der Deutschen stottern und davon sind 0,1 % psychisch Kranke so wie ich. Ich habe schon von Stotterern gehört, die Suizid begangen haben. Ich kandidiere hier bestimmt nicht zu Deutschland next top Psycho, oder next top Gehassten, aber meine excellente Selbstwahrnehmung und wie ich auf andere wirke, lasse ich mir nicht nehmen.
Will ich Dir auch nicht nehmen. Ich habe sogar eine gewisse Zuneigung zu 'Sonderfällen'. Jeder nimmt seine Umwelt und Mitwelt nach einem bestimmten Muster wahr und dieses Muster ist normalerweise die ideale Abstimmung für diesen Menschen, die Sicht- und Deutungsweise, mit der er am besten klar kommt. Nur manchmal macht einem diese Gewohnheit eigene Schwierigkeiten und dann gilt es zu schauen und zu entscheiden, ob man sie verändern kann und will.
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Captain_Chaos »

Ich les erstmal nur ein bisschen mit .

Hass ist für mich die emotionalste Form der Abwertung / Ablehnung.

Wenns unter zivilisierten Leuten nur bei Blicken und Dummen Kommentaren bleibt. Find ich das anstrengend aber ertragbar wenn man über eine eigene Clique oder zumindest ein paar Gleichgesinnte verfügt.

Wenn einem wegen Andersartigkeit aus der Gesellschaft wegen Kleidung/Lebenstils/Nicht Arbeitsfähigkeit/Wohnungslosigkeit / Körperlicher/Psychischer Gesundheit das Lebensrecht abgesprochen wird ,als auch die Teilnahme am Gesellschaftlichen Leben nachhaltig erschwert wird. Bewundere ich viele die sich nicht ähnlich radikalisieren. Hass bei Black Lives Matter.Weisse Unterschicht solidarisch gegen Arm&Ungebildet sein , statt Ausgrenzungen wegen Anderer Dinge/Vorurteile. Die Algemeine Angst vor Fremden oder die Überforderung sich auf die Schwierigkeiten anderen emotional oder Lebensqualitätmässig einzustellen, da so einige Rumlaufen die denken ihnen wird etwas weggenommen an Priviligen, wenn sie iwen nicht kollektiv scheisse behandeln weil Andere ihnen das so vorgelebt haben. Ich hab schon Leute getroffen die hatten nichts mit mir persönlich zu tun, sondern Beef mit meinen Verwandten, kennste alle , ist egal wie das Individum drauf ist. Ob das ein Eigenständiger Mensch ist.

Ich möchte gewisse Dinge nachempfinden wollen. Wenn man mit Behinderungen auf die Welt kommt zu einer Zeit, wo nicht überall Inklusion und Teilhabe am Leben so gross wie heute geschrieben wird . Überall für Toleranz geworben wird. Dieses tatsächlich gelebte Grundgesetz das jeder egal welche Macken er mitbringt gleichgestellt auf Augenhöhe ko existieren darf. Meine Schuldbildung ist auch nicht die beste. Ab und an kommen da auch so kleine Minderwertigkeitskomplexe durch weil ich mich nicht so gewählt und fein in deutscher Sprache Ausdrücken kann. Gymnasiasten hat man zu meiner Schulzeit gerne als die Kinder reicher Leute verdroschen. Popperklopper. Mittlerweile bin ich aus der Pubertät raus. Dieses Vergleichende ist weitestgehnd Weg.

Früher halt Bildungsbürgertum regelrecht verabscheut und langsam werd ich ähnlich konservativ und spiessig. @Ankylosaurus Tintenkleckse ? Rohrschachtest ? Ehrlich :P Da würd ich mir auch sonderbar vorkommen. Anderseits war da deine Intention ja , sich Andere Menschen anzuschauen. Wie die sich bei gewissen Dingen verhalten.

Ich kenn in meinem Landkreis keine 2 Stotterer. @Morue Ich kannte nur einen. Der wurde ziemlich von allen permanent Verarscht. Kinder sind solche Drecksäcke. Erwachsene auch. Ich hab nen Krummen Rücken und bin zeit meines Lebens in meinem Heimatdorf als der Schöne Quasimodo,bekannt. Allerdings kenn ich meine Rechte , meine Linke ist auch nicht ohne. Als Krüppel musste ich mich 2x mehr grade machen wie die normalsterblichenVielen Dank auch. Will sagen mit Ablehnung kenn ich mich auch etwas aus .

@MinaHarkness du hattest da auch was schönes gesagt. Viel Feind, viel Ehr.
-
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Hass und Ehre , sind sone Sache. Nicht das dann bei meinem Ableben , mehrere Niederflurreinigungsfahrzeuge zum putzen kommen müssen. Hass ist für mich die höchste Form der Verachtung die nicht selten in körperlicher Gewalt endet wenn man nicht Genug Geld investiert um seine Feinde zu schwächen oder deren Vernichtung eben ausschliesst.



Es hat Vorteile Älter zu werden , man wird ruhiger und manchener kann seine Tattoos von Früher auch mit gutem Kram Covern.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Wenn man sein Leben nicht in eine Geschichte verwandelt, so wird es Teil der Geschichte einer anderen Person.
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Ankylosaurus »

Captain_Chaos hat geschrieben: 7. Aug 2022, 12:47 Früher halt Bildungsbürgertum regelrecht verabscheut und langsam werd ich ähnlich konservativ und spiessig. @Ankylosaurus Tintenkleckse ? Rohrschachtest ? Ehrlich :P Da würd ich mir auch sonderbar vorkommen. Anderseits war da deine Intention ja , sich Andere Menschen anzuschauen. Wie die sich bei gewissen Dingen verhalten.

Ist ein Werkzeug, nicht mehr, nicht weniger und man muss damit umgehen können, wie mit anderen auch.
Es gibt viele Wege die Psyche eines Menschen zu erfassen, das Problem ist immer, dass man daraus auch eine standadisierte Methode machen muss, um das was jemand erkannt hat (oder zu haben meint) weitergeben zu können. Es gibt ganz tolle Methoden der Psychodiagnostik, aber wenn man dafür ein besonderes Talent braucht, kann es sein, dass 99% der Schüler nicht kapieren, worum es geht.

Tintenklekse sind heute out, auch der Traum ist nicht mehr der Königsweg zum Unbewussten, inzwischen ist man aber auch mit der Standarddiganostik unzufrieden und im neuen ICD 11 (nach dem auch unsere Psychodiagnostik erstellt wird) werden große Teile der Persönlichkeitsstörungen gestrichen, weil die ohnehin oft mehr geraten wurden, bzw. es auch reale Mischformen gibt und dann taucht die Frage auf, ob man nun zuerst die Angst, die Depression oder den Narzissmus behandelt, oder was auch immer.

Man weiß heute eigentlich sehr viel, aber nicht jede Schule und jeder Therapeut weiß gleich viel.
Darüber hinaus täte es uns aber allen gut, wenn wir mehr über die Funktionsweise der Innenwelt wüssten. Dazu kommt, dass das wahnsinnig spannend ist, vor allem wenn sich der Nebel lichtet und man nach und nach versteht, wovon die Rede ist. Lohnt sich, man muss natürlich auch etwas freaky sein, zumindest schadet das nicht.

Hass ist zum Beispiel Neid auf etwas, was man gerne hätte, von dem man aber weiß, dass man es nicht haben kann. Darum will man es zerstören, damit andere es auch nicht haben können.
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Captain_Chaos »

Ankylosaurus hat geschrieben: 7. Aug 2022, 13:18
Captain_Chaos hat geschrieben: 7. Aug 2022, 12:47 Früher halt Bildungsbürgertum regelrecht verabscheut und langsam werd ich ähnlich konservativ und spiessig. @Ankylosaurus Tintenkleckse ? Rohrschachtest ? Ehrlich :P Da würd ich mir auch sonderbar vorkommen. Anderseits war da deine Intention ja , sich Andere Menschen anzuschauen. Wie die sich bei gewissen Dingen verhalten.

Ist ein Werkzeug, nicht mehr, nicht weniger und man muss damit umgehen können, wie mit anderen auch.
Es gibt viele Wege die Psyche eines Menschen zu erfassen, das Problem ist immer, dass man daraus auch eine standadisierte Methode machen muss, um das was jemand erkannt hat (oder zu haben meint) weitergeben zu können. Es gibt ganz tolle Methoden der Psychodiagnostik, aber wenn man dafür ein besonderes Talent braucht, kann es sein, dass 99% der Schüler nicht kapieren, worum es geht.

Tintenklekse sind heute out, auch der Traum ist nicht mehr der Königsweg zum Unbewussten, inzwischen ist man aber auch mit der Standarddiganostik unzufrieden und im neuen ICD 11 (nach dem auch unsere Psychodiagnostik erstellt wird) werden große Teile der Persönlichkeitsstörungen gestrichen, weil die ohnehin oft mehr geraten wurden, bzw. es auch reale Mischformen gibt und dann taucht die Frage auf, ob man nun zuerst die Ansgt, die Depression oder den Narzissmus behandelt, oder was auch immer.

Man weiß heute eigentlich sehr viel, aber nicht jede Schule und jeder Therapeut weiß gleich viel.
Darüber hinaus täte es uns aber allen gut, wenn wir mehr über die Funktionsweise der Innenwelt wüssten. Dazu kommt, dass das wahnsinnig spannend ist, vor allem wenn sich der Nebel lichtet und man nach und nach versteht, wovon die Rede ist. Lohnt sich, man muss natürlich auch etwas freaky sein, zumindest schadet das nicht.

Hass ist zum Beispiel Neid auf etwas, was man gerne hätte, von dem man aber weiß, dass man es nicht haben kann. Darum will man es zerstören, damit andere es auch nicht haben können.
Bei dem Mittelteil. Hab ich nur gedacht. Herr/Frau Anklyosaurus. Ich will nicht genau wissen was sie haben , das können wir nicht mit Gesprächsitzungen herausfinden, derzeit haben wir hier festgelegte Zeittaktungen man muss in ener Stunde 8 Patienten schaffen.Zuwenig Fachpersonal, Aber Pillen haben wir super Angebote. Nehmen sie einfach diese Lustige Smartie Tüte mit und berichten sie mir allerhöchstens darüber was geholfen hat und was nicht.

Zurück in die Steinzeit wo man iwelche Probanden in die Wildniss jagte und Beeren&Bären überlebte kam weiter. Nachfrage höher als Angebote.
Hass auf Mediziner. Ich Fackel jetzt keine Praxen ab. :aetsch: :holy: Selbst wenn man schwer weiss was hilft , es kommen einige dann ja doch wieder klar. Gewisse Dinge sind eben wie beim Sport. Mancheiner muss nicht Gesund werden, wenn er die letzte Viertelmeile noch läuft, die Gewinnausschüttungen nach erreichen der ziellinie, stimmen.

Das Tier in Menschform genug hinterlässt für Verwandte, ist an Alle gedacht . Ich komm grad aus einem anderen Thread . Überall Abwrackprämien. Medizin soll nachhaltig sein ? Kundenbindung wichtiger als Heilung. Es stirbt auch keiner mehr Gefühlt. Dank der Panik Verordnung der letzten 2 Jahre.

Sag mal :Hass auf Politik. Dinge die man nicht haben kann. Wie man sich gegenseitig an Urnen zerstört und Rezo , ein YT Influencer da noch kein Video von gemacht hat. :o
Wenn man sein Leben nicht in eine Geschichte verwandelt, so wird es Teil der Geschichte einer anderen Person.
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Ankylosaurus »

Captain_Chaos hat geschrieben: 7. Aug 2022, 13:32 Bei dem Mittelteil. Hab ich nur gedacht. Herr/Frau Anklyosaurus. Ich will nicht genau wissen was sie haben , das können wir nicht mit Gesprächsitzungen herausfinden, derzeit haben wir hier festgelegte Zeittaktungen man muss in ener Stunde 8 Patienten schaffen.Zuwenig Fachpersonal, Aber Pillen haben wir super Angebote. Nehmen sie einfach diese Lustige Smartie Tüte mit und berichten sie mir allerhöchstens darüber was geholfen hat und was nicht.
Ja, das wird in der Tat kritisiert, dass es zu viel Tablettenwerferei gibt.
Captain_Chaos hat geschrieben: 7. Aug 2022, 13:32 Das Tier in Menschform genug hinterlässt für Verwandte, ist an Alle gedacht . Ich komm grad aus einem anderen Thread . Überall Abwrackprämien. Medizin soll nachhaltig sein ? Kundenbindung wichtiger als Heilung.
Ja, der Gedanke der Wirtschaftlichkeit ist viel zu groß in der Medizin und gerade da m.E. halbwegs irre. Man stelle sich vor, die Feuerwehr kommt nur noch, wenn sie Gewinn dabei mancht.
Captain_Chaos hat geschrieben: 7. Aug 2022, 13:32 Sag mal :Hass auf Politik. Dinge die man nicht haben kann. Wie man sich gegenseitig an Urnen zerstört und Rezo , ein YT Influencer da noch kein Video von gemacht hat. :o
Ich habe keinerlei Hoffnungen, was die Politik angeht, für mich ist sie Teil des Problems, nicht der Lösung. Dennoch hoffe ich, dass die konsrtruktiven Teile der Bevölkerung aktiver werden, nicht die destruktiven. Man muss die Politik(er) verstehen und die wirklich interessierten einbinden, aber ansonsten muss man sich wohl selbst organisieren.
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von MinaHarkness »

..

Grüß Dich @Morue ..
Morue hat geschrieben: 3. Aug 2022, 18:39 Leider lechze ich förmlich nach Anerkennung anderer.
Und? Was versprichst Du Dir davon, so Du sie bekommen solltest?
Aber mit deiner Interpretation, was den "Hass-Light" angeht, also Ablehnung und max. Verachtung, damit könnte versuchen umzugehen. Es geht ja auch nur um eine Handvoll Menschen in meinem Wohnumfeld, kein Vergleich zu meinen ersten 2 Jahrzehnten, in denen die Post so richtig abging.
Enorm hilfreich für mich, ist es, mir sehr klar zu vergegenwärtigen, dass das Verhalten meines Gegenübers SEIN Verhalten ist. Das meint, dieses, SEIN Verhalten, hat sehr viel mehr mit ihm selber zu tun, anstatt mit mir. Diese Vergegenwärtigung, dieses Umstandes, schafft ganz von alleine einen gefühlten Abstand, was hilfreich sein kann. Vielleicht versuchst Du das bei Gelegenheit mal.

LG Mina

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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Anders_son »

Enorm hilfreich für mich, ist es, mir sehr klar zu vergegenwärtigen, dass das Verhalten meines Gegenübers SEIN Verhalten ist. Das meint, dieses, SEIN Verhalten, hat sehr viel mehr mit ihm selber zu tun, anstatt mit mir. Diese Vergegenwärtigung, dieses Umstandes, schafft ganz von alleine einen gefühlten Abstand, was hilfreich sein kann. Vielleicht versuchst Du das bei Gelegenheit mal.
Das hat auch viel mit Narben und Verletzungen zu tun. Auch mit Triggern.

Bei mir ist es von der Tagesform abhängig. Es gibt da verschiedene Modi. :D

Aber du hast schon recht liebe Mina, dass es grundsätzlich das Problem des oder der Anderen ist.
Ich würde sogar die These aufstellen, dass es "allgemein" schlimmer wird.

Das Verhalten wird ja auch durch Gruppenzugehörigkeit bestimmt. Und die wird eben auch immer wichtiger.
Die statements gehen "allgemein" in die Richtung, wer nicht mein Freund ist, ist mein Feind.

Und das kann dann schon durch eine abweichende Meinung oder ein falsches Wort entstehen.
Auch durch Dinge, wo man früher noch zusammen gefunden hat und die jetzt absolute
NoGos geworden sind. Nimm nur das Beispiel "Markenartikel". Weiß gar nicht, ob das momentan
noch so der Fall ist, aber es gab Zeiten, da warst du unten durch, wenn du mit "NoName" in diversen
Kreisen aufgetaucht bist. Eben auch, dass man als "Barbar" angesehen wird, wenn man einem
Mainstream nicht folgt. Die Ureinwohner hier haben da so einen schönen Begriff , der wohl Schlächter aus
dem zweiten Weltkrieg. meint. Der Vergleich hinkt zwar und wird beliebig, aber der Zweck rechtfertigt
"anscheinend" auch solche Mittel.

Heute macht man das ja mehr mit Worten und Blicken. Psychische Gewalt? Wo früher die Steinaxt
auf den Kopf sauste. Ventile der Neuzeit. Darauf wird man dann auch konditioniert. Das zu
durchbrechen ist nicht einfach.

LG Anders_son
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Mischa »

Tja. Ich bin dann wohl sowas wie die Hardcoreversion @Morue
Mich wollte mein Ex killen. Und der kam aus einem Clan, der das an anderer Stelle auch schon durchexerziert hatte. Er selbst landete schlussendlich deswegen auch hinter Gittern, allerdings war ich offensichtlich nicht das Opfer.

Wie bin ich damit umgegangen? Hab ich hier beschrieben: forum-psychische-probleme-gespraeche-hi ... html#p4751

Heute schlage ich zu. Ohne Wenn und Aber. Und wer mich 'nur' hasst/disst/what else, der kann mich kreuzweise an meinem alten Bratarsch lecken. Wenn man sowas mal erlebt hat und der Basi immer neben der Tür steht, dann relativiert das vieles, wenn nicht das meiste.

Grüßerles!
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

Hallo Mina
Morue hat geschrieben: 3. Aug 2022, 18:39 Leider lechze ich förmlich nach Anerkennung anderer.
MinaHarkness hat geschrieben: 7. Aug 2022, 14:30 Und? Was versprichst Du Dir davon, so Du sie bekommen solltest?
Ich bin ja selbst "Schuld", diesen Thread eröffnet zu haben. ;) Ich haue einen raus und bin dann mit euren Postings völlig überfordert. Auch wenn manche das nicht mehr lesen können. Es handelt sich um eine Mischung aus Hauptschulbildung, stottern und die sich daraus bis heute mangelhafte Lebenserfahrung. Das stottern hat in den ersten beiden Jahrzehnten dazu geführt, dass ich bereits sehr früh vom Lebenserfahrungszug abgesprungen bin und ich mich heute als sozialer Duckmäuser bezeichnen würde.

Menschen spüren das und ich wünsche mir trotzdem Reaktionen wie, okay, er hat seine Probleme, aber wir nehmen ihn mal wohlwollend in unserer Mitte auf. :roll: Ich weiß natürlich, dass das fern jeder Realität ist.
MinaHarkness hat geschrieben: 7. Aug 2022, 14:30 Enorm hilfreich für mich, ist es, mir sehr klar zu vergegenwärtigen, dass das Verhalten meines Gegenübers SEIN Verhalten ist. Das meint, dieses, SEIN Verhalten, hat sehr viel mehr mit ihm selber zu tun, anstatt mit mir. Diese Vergegenwärtigung, dieses Umstandes, schafft ganz von alleine einen gefühlten Abstand, was hilfreich sein kann. Vielleicht versuchst Du das bei Gelegenheit mal.
In diesem Forum habe ich mir vorgenommen, eine der am häufigsten menschlichen Unarten nicht auszuleben: TROTZ, auch möglichst nicht in der Light-Version. Das meine ich daher auch nicht trotzig, sondern konstruktiv. Der Unterschied zwischen mir, dir und den meisten ist, ihr habt soziale Auffangnetze. Das schreibe ich auch immer anderen Stotterern. Mein einziger sozialer Kontakt ist meine Frau. Dass das bereits sei 35 Jahren funktioniert, grenzt an ein Wunder. In den ersten Jahren habe ich ihre Freunde "vergrault", weil ich bei Besuch wie eine Schaufensterpuppe dabei saß, oder wie ein schüchterner 5 Jähriger. Meine Mimik muss Bände gesprochen haben. Durch die Blume haben die es auch meiner Frau erzählt.

Heute hat sich alles normalisiert, vor allem außer Haus und bei uns im Haus in der unteren Etage, in der früher meine Eltern lebten. Dorthin lädt sich meine Frau ihre Freunde ein. Okay, weiter mit "soziale Kontakte". Der Zweite ist mein Fernseher als "Krücke". Aus dem ziehe ich meine Lebenserfahrungen. Das alles zusammengenommen ist der Grund, warum mir die Meinung anderer nicht egal ist. Du und ihr alle, soweit lehne ich mich mal aus dem Fenster, habt Freunde und Bekannte im Minimum niedrigen 2 stelligen Bereich.

Damit ich möchte ich dir, möchte ich euch nicht unterstellen, besser mit Ablehnung anderer klar zu kommen, aber wären die Rollen vertauscht, würde ich meinem Gegenüber vorschlagen, okay, da ist einer der dich nicht mag, aber das ist SEIN Verhalten, versuche dich darauf zu besinnen, was du hast.

EDIT: @ Anders_son Zitieren kann ich mir sparen, brauche nichts zu schreiben, weil deine Meinung mit meiner identisch ist. :da:
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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

Mischa hat geschrieben: 12. Aug 2022, 18:35 Tja. Ich bin dann wohl sowas wie die Hardcoreversion @Morue
Mich wollte mein Ex killen. Und der kam aus einem Clan, der das an anderer Stelle auch schon durchexerziert hatte. Er selbst landete schlussendlich deswegen auch hinter Gittern, allerdings war ich offensichtlich nicht das Opfer.

Wie bin ich damit umgegangen? Hab ich hier beschrieben: forum-psychische-probleme-gespraeche-hi ... html#p4751

Heute schlage ich zu. Ohne Wenn und Aber. Und wer mich 'nur' hasst/disst/what else, der kann mich kreuzweise an meinem alten Bratarsch lecken. Wenn man sowas mal erlebt hat und der Basi immer neben der Tür steht, dann relativiert das vieles, wenn nicht das meiste.

Grüßerles!
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Hardcore Variante, in der Tat. Nach dem lesen musste ich mir erst mal die Kinnlade wieder manuell hochdrücken. Da kann ich natürlich nicht "mithalten". Jemand, der sich als Kind einmal geprügelt und den Kampf auch noch verloren hat. Verdammt, warum bleibt diese Szene wie ein Tattoo im Hirn verankert? Obwohl ich aufgrund zahlloser dissoziativen Amnesien auf 90 % meiner gesamten Lebenserinnerungen keinen Zugriff mehr aber, aber nein, diese Scheiß negativen Gedanken werde ich noch bis zur Urne in mir haben.

Doch was die Relation betrifft, bzw. dass sich vieles relativiert. Ich schäme mich manchmal, überhaupt Probleme dieser Art zu haben, während in vielen Krisengebieten der Terror herrscht, oder hier, noch viele Stufen "moderater". Gebiete, in denen Menschen viele Hundert Meter für ein Eimer Wasser laufen müssen. :shock:

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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Anders_son »

Hardcore Variante, in der Tat. Nach dem lesen musste ich mir erst mal die Kinnlade wieder manuell hochdrücken. Da kann ich natürlich nicht "mithalten". Jemand, der sich als Kind einmal geprügelt und den Kampf auch noch verloren hat. Verdammt, warum bleibt diese Szene wie ein Tattoo im Hirn verankert? Obwohl ich aufgrund zahlloser dissoziativen Amnesien auf 90 % meiner gesamten Lebenserinnerungen keinen Zugriff mehr aber, aber nein, diese Scheiß negativen Gedanken werde ich noch bis zur Urne in mir haben.

Doch was die Relation betrifft, bzw. dass sich vieles relativiert. Ich schäme mich manchmal, überhaupt Probleme dieser Art zu haben, während in vielen Krisengebieten der Terror herrscht, oder hier, noch viele Stufen "moderater". Gebiete, in denen Menschen viele Hundert Meter für ein Eimer Wasser laufen müssen. :shock:

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Du musst auch nicht mithalten. Vielleicht verzeihst du dir auch einfach? Fällt mir ein, wieviel ich mir selber verzeihen muss. Man gewinnt
und verliert Kämpfe. Finde ich gut von dir, dass du die Dinge auch relativierst. Schämen musst du dich nicht.

Mit fällt in "meinem" Zusammenhang dann ein, dass gerade so eine Verankerung im Gehirn, mich daran hindern würde, zu "siegen".
Also würde ich gegen dieses Tatoo ankämpfen und es als negaive "Erfahrung" nehmen. Das Tatoo hätte ja auch ansonsten
gesiegt. Das Problem ist also nicht die vergangene Niederlage, sondern, dass die Gedanken daran, einen in einer Niederlage
verharren lassen.

Sei nicht zu gestreng mit dir.
Ja, wenn man sich in der Welt umblickt, relativiert sich Vieles. Aber wen nimmt man sich als Maßstab? Warum nimmt man
sich so einen Maßstab? Verschiedene Lebensumstände, verschiedene Lebensqualitäten.

Mir sagte mal jemand, ich sollte mich mit denjenigen vergleichen, die die gleichen Voraussetzungen oder Probleme hatten.
Dieser Vergleich würde Sinn machen, um einen Maßstab zu bekommen.
Sind aber nur ein paar Gedanken dazu.

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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

Anders_son hat geschrieben: 16. Aug 2022, 13:09 Du musst auch nicht mithalten.
Danke, nee ganz ehrlich. Ich sitze an diesem Posting bereits ne halbe Stunde, habe es immer und immer wieder verworfen. Wollte irgendwie mit ein paar schlauen Aussagen glänzen. Absolut keine Chance, mangels Lebenserfahrung. Hab` das hier und da mal angeschnitten. Auch wenn es makaber klingt, aber Sprüche wie diesen gibt es nun mal. Meine Situation ist halbwegs vergleichbar, wie wenn man zu einem blinden Menschen sagen würde, hey guck mal.

Ich sagte deswegen halbwegs, weil ich ein trotz meiner Baustellen immer noch ein Sparprogramm fahren kann, während blinde Menschen absolut nichts mehr sehen können. Wenn ihr euch also damit zufrieden gebt, dass ich manchmal nur ein paar Sätze schreiben kann, oder sogar nur den Daumen hoch Button drücke, wäre mir eine riesige Last genommen.

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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von MinaHarkness »

..
Morue hat geschrieben: 16. Aug 2022, 20:58 Ich sagte deswegen halbwegs, weil ich ein trotz meiner Baustellen immer noch ein Sparprogramm fahren kann, während blinde Menschen absolut nichts mehr sehen können. Wenn ihr euch also damit zufrieden gebt, dass ich manchmal nur ein paar Sätze schreiben kann, oder sogar nur den Daumen hoch Button drücke, wäre mir eine riesige Last genommen.

KEINER hier, kann Dir den Druck / die Last nehmen, den / die DU DIR SELBER machst. Niemand hier erwartet etwas von Dir. Aber Du tust das. Du kannst auch damit aufhören.

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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Anders_son »

Morue hat geschrieben: 16. Aug 2022, 20:58
Anders_son hat geschrieben: 16. Aug 2022, 13:09 Du musst auch nicht mithalten.
Danke, nee ganz ehrlich. Ich sitze an diesem Posting bereits ne halbe Stunde, habe es immer und immer wieder verworfen. Wollte irgendwie mit ein paar schlauen Aussagen glänzen. Absolut keine Chance, mangels Lebenserfahrung. Hab` das hier und da mal angeschnitten. Auch wenn es makaber klingt, aber Sprüche wie diesen gibt es nun mal. Meine Situation ist halbwegs vergleichbar, wie wenn man zu einem blinden Menschen sagen würde, hey guck mal.

Ich sagte deswegen halbwegs, weil ich ein trotz meiner Baustellen immer noch ein Sparprogramm fahren kann, während blinde Menschen absolut nichts mehr sehen können. Wenn ihr euch also damit zufrieden gebt, dass ich manchmal nur ein paar Sätze schreiben kann, oder sogar nur den Daumen hoch Button drücke, wäre mir eine riesige Last genommen.

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Re: HASS - Wie geht ihr damit um?

Beitrag von Morue »

MinaHarkness hat geschrieben: 16. Aug 2022, 22:14 KEINER hier, kann Dir den Druck / die Last nehmen, den / die DU DIR SELBER machst. Niemand hier erwartet etwas von Dir. Aber Du tust das.
Darum bin ich ja hier, oder? ;) Das sind Themen, mit denen ICH mich herumschlage. Du und andere Nutzer haben andere Baustellen. Ich weiß, dass du das nicht böse gemeint hast, aber im Laufe der Zeit habe ich bei anderen noch immer solche Reaktionen "ausgelöst".

Aber wir entfernen uns immer mehr von der Betreffzeile. Ich habe gesagt, was MIR wichtig war und um diese Last loszuwerden, bin ich zum schon zu alt und zum zweiten und ja, nennen es wir es ruhig jammernd seelisch zu sehr geschändet. Ich brauche eine ganz andere Form der Hilfe. In erster Linie hier bei mir vor Ort. Habe auch schon eine entsprechende Institution angeschrieben.

VG
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