Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Alle aktuellen Themen der Religion, der Spiritualität und der Philosophie können hier ihre Diskussion finden. Philosophische Fragestellungen, theologische Diskurse und spirituelle Gespräche. Seele, Sinn & Sein. Lebensfragen und Weltanschauungen, Sinnsuche und Fragen, weltlicher und metaphysischer Natur.

Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Wenn man sich fragt, was und wo die Psyche eigentlich ist, dann ergibt sich bei vielen folgendes Bild: Wir haben einen Körper, in dem sitzt ein Gehirn und darin irgendwo die Psyche.

Das ist eine bestimmte Sicht auf die Dinge, wie sie sind oder wie wir es zumindest glauben. Aber ist genau diese Sicht, dieses Weltbild nicht selbst Teil der Psyche? Oder anders und noch erweitert: Was von dem, was wir eigentlich wahrnehmen ist denn nicht in unsere Psyche eingebettet?

Alles was wir sind und erleben ist (unsere) Psyche, so mein Eindruck. Das heißt nicht, dass es die Welt nicht gibt, aber wir haben zu ihr keinen direkten Zugang, sondern alles was wir erleben, ist diese psychosomatische Mischung von dem was wir als Außenwelt erleben, stets gemischt mit dem was was wir darüber denken und dazu fühlen.

Ich glaube, wenn wir das verstehen, verstehen wir Schritt für Schritt uns selbst und auch die Welt besser, aber so oder so ist das eine interessante Diskussion.
Benutzeravatar
Volantis
Beiträge: 620
Registriert: 6. Jul 2022, 16:53
Hat sich bedankt: 266 Mal
Danksagung erhalten: 255 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Volantis »

Sehe ich ähnlich. Unsere Wahrnehmung ist ein Filter und zeigt uns nicht, wie Dinge sind, sondern wie wir sie glauben sehen zu müssen oder es gewohnt sind.
Faithful to Love and Beauty
Benutzeravatar
cats55
Beiträge: 3291
Registriert: 19. Jul 2021, 15:46
Hat sich bedankt: 148 Mal
Danksagung erhalten: 524 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von cats55 »

Ich sollte höchstwahrscheinlich besser nichts dazu sagen weil ich explodiere gerade vor Wut.
Für mich ist die Welt genauso wie ich sie sehe,Punkt !
So und nicht anders.
Wenn jemand meine Sicht,mein Denken und Fühlen als Einbildung und Blödsinn,als nicht
der Realität entsprechend darstellt dann raste ich aus,dann sehe ich rot,dann rase ich
nur noch vor Wut.
Sorry für den OT Einwurf in eure Diskussion aber das musste raus sonst wäre ich geplatzt.
Klar kann ich versuchen
weniger egoistisch zu denken.
Ich weiß nur nicht
was ich davon habe ?
Janundso
Beiträge: 710
Registriert: 26. Jul 2021, 00:44
Hat sich bedankt: 647 Mal
Danksagung erhalten: 412 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Janundso »

cats55 hat geschrieben: 13. Sep 2022, 12:05 Ich sollte höchstwahrscheinlich besser nichts dazu sagen weil ich explodiere gerade vor Wut.
Für mich ist die Welt genauso wie ich sie sehe,Punkt !
So und nicht anders.
Wenn jemand meine Sicht,mein Denken und Fühlen als Einbildung und Blödsinn,als nicht
der Realität entsprechend darstellt dann raste ich aus,dann sehe ich rot,dann rase ich
nur noch vor Wut.
Sorry für den OT Einwurf in eure Diskussion aber das musste raus sonst wäre ich geplatzt.
Ist bei dir vermutlich auch ein Trigger Point. Wegen deiner Mutter und so. Kenn ich bisschen ^^
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Volantis hat geschrieben: 13. Sep 2022, 11:57 Sehe ich ähnlich. Unsere Wahrnehmung ist ein Filter und zeigt uns nicht, wie Dinge sind, sondern wie wir sie glauben sehen zu müssen oder es gewohnt sind.
Ja und wir sind erstaunlich starr in der Fähigkeit andere Perspektiven überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.
Interessant ist, dass sich die individuellen Perspektiven wieder zu neuen Clustern zusammenschließen, in denen sich Menschen treffen, die ähnliche Themen (die sich inhaltlich durchaus kontrovers sehen können) als bedeutsam erachten.
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

cats55 hat geschrieben: 13. Sep 2022, 12:05 Für mich ist die Welt genauso wie ich sie sehe,Punkt !
So und nicht anders.
Ist nicht OT und noch nicht mal ein Widerspruch.
Deine Welt ist real, ja. Der Punkt ist nur, dass jeder andere sagen kann, auch seine Weltsicht sei real.
Dann ist man bei der Frage, wer denn nun mehr recht hat, gesetzt, beide Sichtweisen würden einander ausschließen.
Gewöhnlich meint man dann Fakten, Studien, Forschung oder Wissenschaft könnten das definitiv entscheiden, aber aus einer philosophischen Sicht ist auch die Methodik und Perspektive der Wissenschaft nur eine weitere unter vielen, was als Objektivität gehandelt wird, ist in der Regel nicht mehr, als die Versicherung, dass man zu ähnlichen Daten gelangt, wenn man die gewählte Methode anwendet, aber was sagt das über die Reproduzierbarkeit hinaus eigentlich aus? Nicht viel, auch einmalige Erlebnisse sind real und oft extrem bedeutsam für das Leben und ja, subjektive Eindrücke sind es auch.
Die meisten pochen nur darauf, dass ihre Art die Welt zu sehen, die einzig wirklich vernünftige ist und da wird es dann fragwürdig, bei jedem Individuum, aber eben auch bei der Wissenschaft.
Benutzeravatar
Volantis
Beiträge: 620
Registriert: 6. Jul 2022, 16:53
Hat sich bedankt: 266 Mal
Danksagung erhalten: 255 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Volantis »

cats55 hat geschrieben: 13. Sep 2022, 12:05 Ich sollte höchstwahrscheinlich besser nichts dazu sagen weil ich explodiere gerade vor Wut.
Für mich ist die Welt genauso wie ich sie sehe,Punkt !
So und nicht anders.
Wenn jemand meine Sicht,mein Denken und Fühlen als Einbildung und Blödsinn,als nicht
der Realität entsprechend darstellt dann raste ich aus,dann sehe ich rot,dann rase ich
nur noch vor Wut.
Sorry für den OT Einwurf in eure Diskussion aber das musste raus sonst wäre ich geplatzt.
Hallo Cats,

das ist doch vollkommen okay und korrekt. Der Punkt ist lediglich: für dich ist die Welt genauso, wie du sie siehst. Für mich ist sie allerdings, wie ich sie sehe :kn:

Edit: man kann auch wunderbar dich und deine Katze als Beispiel dafür nutzen. Ihr lebt ja gemeinsam im gleichen Haus und teilt den Alltag miteinander. Trotzdem wird Lizzy eine andere Perspektive auf die Welt haben, als du sie hast - obwohl ihr euch eine Welt teilt. Sie sieht Papier zum drauf setzen, du siehst Post zu bearbeiten. Sie sieht Kram zum klettern, du siehst Schränke usw.
Faithful to Love and Beauty
Benutzeravatar
cats55
Beiträge: 3291
Registriert: 19. Jul 2021, 15:46
Hat sich bedankt: 148 Mal
Danksagung erhalten: 524 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von cats55 »

Ich muß aufpassen was und vorallendingen wie ich jetzt antworte.
Das Thema triggert mich so extrem das die Wut mit mir durchgehen möchte
und angetrunken bin ich auch schon.
Andere Sichten,andere Meinungen wurden in meiner Familie,wurden von
meinen Eltern nicht akzeptiert. Mein Vater hat im familiären Umfeld
jeden Widerspruch gnadenlos nieder gebrüllt.
Zwischen meinen Eltern gab es ständig erbitterten Streit wegen unterschiedlicher
Ansichten. Jedes Mal mit Gebrüll und dann tagelangem eisigem hasserfüllten
sich anschweigen.
ich hatte furchtbare Angst vor dem unvermittelten Gebrüll meines Vaters.
Wenn jemand brüllt lässt mich das heute noch in Panikstarre fallen.
Aber in der Sache hatte er recht. Wer Macht hat der muß sich nicht durch
Widerspruch,durch Kritik demütigen lassen.
Nachgeben,Fehler eingestehen,Unrecht haben,die eigene Sicht ändern müssen
das bedeutet Schwäche,das ist erbärmlich.
Alles was anders ist sehe ich als Bedrohung.
Meine Eltern hätten niemals jemand in ihrem Bekannten-/Freundeskreis haben
wollen der nicht genauso tickt wie sie.
Wenn jemand mein Denken angreift steht mein Wert als Mensch,steht meine
Würde,steht alles auf dem Spiel.
Dann rase ich so vor Wut,bin ich so verletzt das ich nur noch vernichten will.
Ich tue alles um meine Würde zu verteidigen.
Klar kann ich versuchen
weniger egoistisch zu denken.
Ich weiß nur nicht
was ich davon habe ?
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

cats55 hat geschrieben: 13. Sep 2022, 15:30 Andere Sichten,andere Meinungen wurden in meiner Familie,wurden von
meinen Eltern nicht akzeptiert.
Du hast das doch gut genug durchschaut, um das Muster zu verstehen. Wenn Du daran festhalten willst, kannst Du das machen, aber das war es glaube ich, was @Volantis meinte.
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Ankylosaurus hat geschrieben: 13. Sep 2022, 13:47 Interessant ist, dass sich die individuellen Perspektiven wieder zu neuen Clustern zusammenschließen, in denen sich Menschen treffen, die ähnliche Themen (die sich inhaltlich durchaus kontrovers sehen können) als bedeutsam erachten.
Ein Beispiel, was man leicht nachvollziehen kann, ist die Frage nach der Existenz Gottes.
Für wirkliche Anhänger einer Religion ist schon die Frage absurd, so klar ist ihm, dass es Gott selbstverständlich gibt, allerdings ist es für den glühenden Atheisten ebenfalls so, dass er den Kopf schüttelt, wie man heute noch ernsthaft an dieses antiquierte Modell glauben kann.

Auf den ersten Blick ein Beispiel für Menschen, die kaum unterschiedlicher sein können und sich auch gerne leidenschaftlich streiten, aber das ist der andere Punkt: beide sind sich zutiefst einig, dass die Klärung dieser Frage ungeheuer wichtig ist, dass damit fast alles steht und fällt.

Ganz anders jemand, dem bereits die Frage völlig egal ist und der sie mit einem 'Och, soll doch jeder glauben, was er will' abtut. Einen solchen Menschen bekommt man über dieses Thema niemals in einen Streit verwickelt, weil es für ihn keinerlei Brisanz hat.

D.h. ein Cluster, eine Ballung oder Häufung tritt an der Stelle auf, wo man mit anderen ein bestimmtes Thema als ein sehr wichtiges Thema des Lebens ansieht und in dieser 'Welt' befindet man sich mit anderen, die diese Einstellung teilen, während andere, die ihre Schwerpunkte ganz woanders setzen in einer anderen 'Welt' leben, auch wenn man sich natürlich im Supermarkt, der Bahn oder wo auch immer begegnen kann.
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Wir haben oft nicht nur die Idee, dass wir Körper sind, in denen ein Gehirn sitzt, in dem sich eine Psyche befindet, sondern auch, dass wir uns alle mit diesem Körper durch eine gemeinsame Welt bewegen. Passender ist glaube ich die Idee, dass wir zuerst Psychen sind (die einen Körper haben) und uns durch Weltbilder bewegen, in denen es natürlich auch geografische Orte gibt, an denen man sich treffen kann. Auch wenn das natürlich zuerst seltsam und ungewohnt klingt.

Aber wie der eine im Museum vor einem Kunstwerk zu Tränen gerührt ist, kann ein anderer dabei wenig empfinden, obwohl zwei Körper am selben Ort sind.
Ein plötzlicher Knall lässt alle zusammenzucken, Menschen und etliche Tiere, aber wie wir dann darauf innerlich reagieren, ist verschieden.
Wir teilen vermutlich alle bestimmte Grundbedürfnisse und die Theorie sagt, dass, wenn diese erfüllt sind, automatisch neue am Horizont erscheinen.

Aber das ist kein Automatismus, irgendwann ist auch Schluss mit der Entwicklung und da kann man fragen um welche Ideen man denn im Leben so kreist.
Nun ist die Idee, dass es die eine Entwicklung gibt nicht sonderlich zielführend, denn man kann eine super Sportlerin, aber ein Niete in Mathe sein, ein begabter Musiker, aber moralisch unterentwickelt und so gibt es verschiedene Linien auf denen die Entwicklung voranschreiten oder stagnieren kann, prominente sind: Intelligenz, Emotionen, Moral/Wertesystem, ästhetisches Empfinden, Körperintelligenz und evtl. spirituelle Fähigkeiten.

Interessant ist, dass die innere Entwicklung der Psyche mit einem Interesse für bestimmte gesellschaftliche Themen zusammenhängt. Z.B. wie tyrannisch, autoritär, perfektionistisch, messianisch oder offen eine Gesellschaft sein sollte.

Nun ist auch das nicht so einfach und schablonenhaft, wie es zunächst scheint, denn gerade heute ist die Frage wieder aktuell, ob es ausreicht, sich einen 'guten' Anstrich zu geben und damit verbunden natürlich die Frage, wann man ein Mensch ist, der tatsächlich guten, also halbwegs integeren und konsistenten Werten folgt, die auch anderen Menschen Raum lassen.
Benutzeravatar
Marina
PSYVO Team
Beiträge: 4245
Registriert: 19. Jul 2021, 00:57
Hat sich bedankt: 2200 Mal
Danksagung erhalten: 2176 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Marina »

..

Bevor ich senfe @Ankylosaurus .. willst Du auf eine Qualia-Diskussion hinaus? Und, wenn das so ist, wovon ich ausgehe, welchen expliziten Kontext willst Du setzen (Du gehst ja "querbeet" durch - welches soll der Zentrale sein)? Denn, dass die mentalen Bewusstseinsinhalte stets unsere Eigenen sind, das ist insofern indiskutabel, da unstrittig.

Mal rausgegriffen:
Nun ist auch das nicht so einfach und schablonenhaft, wie es zunächst scheint, denn gerade heute ist die Frage wieder aktuell, ob es ausreicht, sich einen 'guten' Anstrich zu geben und damit verbunden natürlich die Frage, wann man ein Mensch ist, der tatsächlich guten, also halbwegs integeren und konsistenten Werten folgt, die auch anderen Menschen Raum lassen.
Muss man das überhaupt? Wer legt so etwas fest? Und wer bestimmt was "gut / integer" ist?

LG Marina
Dies über alles: Dir selbst sei treu!
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Marina hat geschrieben: 21. Sep 2022, 10:59 Bevor ich senfe @Ankylosaurus .. willst Du auf eine Qualia-Diskussion hinaus?
Nein, Qualia ist ja die Frage, ob und wie weit es möglich ist, die Innenwelt anderer zu erfassen. Ich glaube gute Gründe dafür zu haben, dass das nicht total geht, aber ebenfalls, dass wir (je nach Person natürlich unterschiedlich) zu weitreichender Empathie in der Lage sind und dass heißt ja nichts anderes, als zu 'wissen, wie es ist' der und die zu sein, das ist die die Qualia-Frage.
Also, das spielt schon eine Rolle, aber es geht mir nicht primär um die Qualia-Diskussion, die etwas anstrengend sein kann.
Marina hat geschrieben: 21. Sep 2022, 10:59 Und, wenn das so ist, wovon ich ausgehe, welchen expliziten Kontext willst Du setzen (Du gehst ja "querbeet" durch - welches soll der Zentrale sein)? Denn, dass die mentalen Bewusstseinsinhalte stets unsere Eigenen sind, das ist insofern indiskutabel, da unstrittig.
Meine Idee ist, dass es natürlich diverse Innenwelten gibt, die sich in vielem ähnlich sind und unterscheiden, das ist erst mal banal, aber die signifikantesten Trennungen sind m.E. die der Stufen des Bewusstseins, das geht so weit, dass ich behaupten würde, dass diese Menschen in anderen Welten oder abgeschwächt Lebenswirklichkeiten leben.
Da das ein stufenweiser und hierarchischer Prozess ist, kann jemand der weiter ist, die Einstellung der Stufe davor verstehen (es ist sozusagen seine alte Heimat), aber nicht umgekehrt. Natürlich gibt es von jemandem der Stufe darunter Mutmaßungen darüber, was der/die andere wohl denkt, will und warum das so ist, aber es ist von einer weniger komplexen Position her nicht zu erfassen, sondern wird immer wieder auf die Erlebnisstufe des Deutenden reduziert.
Es gibt weitere Unterscheidungsparamter, die aber m.E. nicht so signifikant sind.
Marina hat geschrieben: 21. Sep 2022, 10:59 Mal rausgegriffen:
Nun ist auch das nicht so einfach und schablonenhaft, wie es zunächst scheint, denn gerade heute ist die Frage wieder aktuell, ob es ausreicht, sich einen 'guten' Anstrich zu geben und damit verbunden natürlich die Frage, wann man ein Mensch ist, der tatsächlich guten, also halbwegs integeren und konsistenten Werten folgt, die auch anderen Menschen Raum lassen.
Muss man das überhaupt? Wer legt so etwas fest? Und wer bestimmt was "gut / integer" ist?
Ich glaube die Gesellschaft braucht eine Orientierung, die ist in der Regel konventionell. Das wurde immer schon nachvollziehbar kritisiert, die Frage ist, kann man auf diese konventionellen Spielregeln, Werte etc. einfach verzichten, so dass man die Menschen einfach frei sich selbst überlässt. Es gibt Vertreter verschiedener Modelle (Naturrecht, Anarchismus, antiautoritäre Erziehung, Antipsychiatrie um ein paar zu nennen) die das großartig finden, die praktischen Versuche überzeugen meist nicht so. Psychoanalytisch sagt man, dass es eine spannungsvolle Beziehung zwischen konventioneller Mehrheit und Paaren und Einzelpersonen oder Kleingruppen als Ausreißer gibt, aber beide brauchen einander. Die einen sind konform mit ihren Werten, andere brauchen sie um dagegen zu opponieren, von einer eher postkonventionellen Position aus bringt man beides in Balance, fühlt sich den Werten der Herkunftsgesellschaft im allgemeinen verpflicht, würde sich aber bei einer begründbaren Situation auch über die Konventionen hinwegsetzen. Aber nicht aus reiner Willkür und Widerspruchsgeist, weil man sich von Regel generell persönlich beleidigt fühlt.
Benutzeravatar
Kephalopyr
Beiträge: 93
Registriert: 20. Sep 2022, 21:27
Hat sich bedankt: 99 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Kephalopyr »

Ankylosaurus hat geschrieben: 13. Sep 2022, 08:36 Wenn man sich fragt, was und wo die Psyche eigentlich ist, dann ergibt sich bei vielen folgendes Bild: Wir haben einen Körper, in dem sitzt ein Gehirn und darin irgendwo die Psyche.

Alles was wir sind und erleben ist (unsere) Psyche, so mein Eindruck. Das heißt nicht, dass es die Welt nicht gibt, aber wir haben zu ihr keinen direkten Zugang, sondern alles was wir erleben, ist diese psychosomatische Mischung von dem was wir als Außenwelt erleben, stets gemischt mit dem was was wir darüber denken und dazu fühlen.
Das Gleiche habe ich mich mal mit: "Wo im Körper bin ich?" gefragt.
Wo genau sitzt unser Ich-Bewusstsein?
Der Körper besteht aus unzähligen Zellen, die alle für sich genommen einzelne Lebewesen sind, die als Ganzes funktionieren und dieses Ich-Empfinden projiziert sich daraus. Wie eine Art Kristall, der von allen Seiten angestrahlt wird, aber nach oben hin dann nur einen Lichtstrahl abgibt. Das Bewusstsein sehe ich als eine Art Projektion der einzelnen Zellen als Zusammenspiel und das ist ziemlich interessant, wenn man sich anschaut, wozu man sich entwickeln kann im Laufe der Evolution.

Da frage ich mich auch, ob andere Tiere, welche vielleicht nicht mal ein Ich-Bewusstsein empfinden können, auch die Welt nur aus ihrer Sicht sehen, oder ob man bei anderen Tieren jetzt sagen könnte, dass die Welt dort echt ist, zwecks Wahrnehmung? Ist das dann die reelle Wahrnehmung, sich des Todes und des eigenen Lebens nicht wirklich bewusst zu sein, sondern einfach zu "funktionieren" und das Leben zu leben, weil es das ist was Leben definiert?

Das ist echt schön, mal ohne Zensur darüber schreiben zu können!

Ich sehe die Psyche als einen Teilbereich des gesamten Bewusstseins, welches in der Anfangszeit der Menschheit noch nicht vorhanden gewesen sein könnte.
Meiner Ansicht nach war anfangs erst ein sehr einfach funktionierendes Bewusstsein vorhanden, welches sich mit der Evolution zu etwas komplexeren entwickelte. Wir waren am Anfang nicht anders als andere, "einfach" gestrickte Tiere, lernten dann jedoch zu jagen, zu planen und all sowas. Da fing vermutlich auch die Spiritualität und Philosophie an, als man den evolutionären Durchbruch des Bewusstseins erreichte, sich selbst im "Spiegel" erkennen zu können, bzw. zur damaligen Zeit vielleicht in irgendeinem See, als Beispiel.

Daraufhin entwickelte sich dann auch ein Mitfühlen, die Psyche. Ein fortgeschrittenes Bewusstsein, nicht nur sich selbst und die Umgebung erkennen zu können, sondern Empfindungen deuten zu können und das wurde immer ausgereifter und tiefgreifender.

Das Bewusstsein bringt die Psyche, die Seele, dieses gesamte Konstrukt des ICH's erst hervor, weil wir uns zu einer solchen Spezies entwickelt haben und ich frage mich, wie weit es diesbezüglich in der Evolution noch gehen kann? Könnten wir auch einen Punkt erreichen, an dem uns unser eigenes Bewusstsein viel mehr schadet, weil wir die ewige Frage nach dem "Warum" stellen können, auf das wir keine Antwort erhalten können? Gleich der Frage, was "vor" dem Urknall da war und davor, ein ewiges Warum um alles, was existiert. Mysteriös.
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Kephalopyr hat geschrieben: 21. Sep 2022, 22:15 Das Gleiche habe ich mich mal mit: "Wo im Körper bin ich?" gefragt.
Wo genau sitzt unser Ich-Bewusstsein?
Der Körper besteht aus unzähligen Zellen, die alle für sich genommen einzelne Lebewesen sind, die als Ganzes funktionieren und dieses Ich-Empfinden projiziert sich daraus. Wie eine Art Kristall, der von allen Seiten angestrahlt wird, aber nach oben hin dann nur einen Lichtstrahl abgibt. Das Bewusstsein sehe ich als eine Art Projektion der einzelnen Zellen als Zusammenspiel und das ist ziemlich interessant, wenn man sich anschaut, wozu man sich entwickeln kann im Laufe der Evolution.
Freut mich, dass Du Dich auch für solche Fragen interessierst. Im Grunde sind sie noch immer herzerfrischend ungeklärt, mein letzter Stand ist, dass so 7 bis 8 Zentren gleichzeitig aktiv sind, wenn vom Ich die Rede ist, ob das heißt, dass daher das Ich kommt, da muss man schauen.
Kephalopyr hat geschrieben: 21. Sep 2022, 22:15 Da frage ich mich auch, ob andere Tiere, welche vielleicht nicht mal ein Ich-Bewusstsein empfinden können, auch die Welt nur aus ihrer Sicht sehen, oder ob man bei anderen Tieren jetzt sagen könnte, dass die Welt dort echt ist, zwecks Wahrnehmung? Ist das dann die reelle Wahrnehmung, sich des Todes und des eigenen Lebens nicht wirklich bewusst zu sein, sondern einfach zu "funktionieren" und das Leben zu leben, weil es das ist was Leben definiert?
Auch das ist eine ewige Frage. Menschen und Tiere (die ja auch noch mal sehr unterschiedlich sind) verfügen über eigene Wahrnehmungswelten, andererseits, wenn da eine Mauer steht, kommen an der Stelle weder Mensch noch Kuh noch Mücke durch. Soll heißen, es gibt schon eine Außenwelt, die alle teilen – vielleicht auch nur viele – und die kann man sich auch nicht wegwüschen. Also, kann man schon, tut aber trotzdem weh, wenn man dagegen rennt.
Kephalopyr hat geschrieben: 21. Sep 2022, 22:15 Das ist echt schön, mal ohne Zensur darüber schreiben zu können!
Bist Du dafür zensiert worden? Das sind doch kluge und m.E. wichtige Fragen.
Kephalopyr hat geschrieben: 21. Sep 2022, 22:15 Das Bewusstsein bringt die Psyche, die Seele, dieses gesamte Konstrukt des ICH's erst hervor, weil wir uns zu einer solchen Spezies entwickelt haben und ich frage mich, wie weit es diesbezüglich in der Evolution noch gehen kann?
Dann müsste es Bewusstsein von Anfang an geben. Das ist die andere große Theorie, die heute etwas im Abseits steht aber eine lange Tradition hat.
Kephalopyr hat geschrieben: 21. Sep 2022, 22:15 Könnten wir auch einen Punkt erreichen, an dem uns unser eigenes Bewusstsein viel mehr schadet, weil wir die ewige Frage nach dem "Warum" stellen können, auf das wir keine Antwort erhalten können?
Klar, aber aktuell sehe ich eher die Gefahr, dass wir uns schaden, weil wir zu wenig nach dem 'Warum?' fragen, sonder oft vieles so manche, weil es die anderen, inzwischen vermutlich aber mehr die eigene Blase/Echokammer so macht.
Kephalopyr hat geschrieben: 21. Sep 2022, 22:15 Gleich der Frage, was "vor" dem Urknall da war und davor, ein ewiges Warum um alles, was existiert. Mysteriös.
Oder die beliebte philosophische Frage: Wieso ist überhaupt irgend etwas und nicht vielmehr nichts?
Benutzeravatar
Kephalopyr
Beiträge: 93
Registriert: 20. Sep 2022, 21:27
Hat sich bedankt: 99 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Kephalopyr »

Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 18:58 Freut mich, dass Du Dich auch für solche Fragen interessierst. Im Grunde sind sie noch immer herzerfrischend ungeklärt, mein letzter Stand ist, dass so 7 bis 8 Zentren gleichzeitig aktiv sind, wenn vom Ich die Rede ist, ob das heißt, dass daher das Ich kommt, da muss man schauen.
Die philosophischen Fragen driften bei mir oft in die Astronomie ab.
Ein primäres Thema von mir ist zum Beispiel, ob die Entstehung von Leben einmalig war, oder nicht.
Die Philosophie bezieht sich dabei auf all die Kernfragen, rund ums Leben und das Universum selbst. (:

Was genau für Zentren meinst du, wenn ich fragen darf? :denk:
Verschiedene Zentren im Bewusstsein, oder im gesamten Körper?
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 18:58 Auch das ist eine ewige Frage. Menschen und Tiere (die ja auch noch mal sehr unterschiedlich sind) verfügen über eigene Wahrnehmungswelten, andererseits, wenn da eine Mauer steht, kommen an der Stelle weder Mensch noch Kuh noch Mücke durch. Soll heißen, es gibt schon eine Außenwelt, die alle teilen – vielleicht auch nur viele – und die kann man sich auch nicht wegwüschen. Also, kann man schon, tut aber trotzdem weh, wenn man dagegen rennt.
Der Mensch würde höchstens noch versuchen, die Mauer wegzusprengen! :!:
Aber ich gedenke zu verstehen, was du meinst: Letztendlich stehen wir alle vor derselben unüberwindbaren Grenze, die uns alle zu Tieren macht. Egal, wie fortgeschritten wir im Vergleich zu manch anderen Tieren auch sein mögen. Wir sind trotzdem genauso Tiere, die sich erst zu dem entwickelt haben, was uns jetzt ausmacht. Ich frage mich dabei nur, warum kein anderes Tier bisher solche Verhaltensweisen, wie der Mensch, aufzeigt. Wobei es doch schon wenige Tiere gibt, die ein Ich-Bewusstsein entwickelt haben, siehe Schimpanse und der Rest fällt mir gerade leider nicht ein. Es gibt auch Tiere, die es bemerken, wenn sie beobachtet werden und daraufhin den Ort ihrer Beute ändern, um sie zu verstecken.

Ich finde da Oktopoden sehr interessant von allen anderen Tieren, denn sie teilen sich mit, wie und wobei sie Hilfe benötigen. Das ist wirklich so unglaublich!
Die Sepie beispielsweise ist sogar in der Lage vorauszuplanen. Sie stürzt sie nicht sinnlos auf ihre Beute, sondern versteckt sich erst, sobald ein Hai vorbeigeschwommen kommt(ihr größter Feind), tarnt sich und wartet erstmal ab, bis dieser wieder weg ist, um sich erneut ihrem Opfer vorzustellen und diesen taktisch zu verwirren, um ihn dann zu fressen.

Vielleicht ist unsere Sichtweise auf andere Tiere einfach nur so verzerrt und wir sind so auf uns fixiert, wie wir die Dinge handhaben, dass wir dadurch gar nicht erst erkennen können, dass auch andere Tiere dies oder das können.
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 18:58 Bist Du dafür zensiert worden? Das sind doch kluge und m.E. wichtige Fragen.
Dankeschön! (:
Die Fragen selbst sind nicht das Problem, sondern viel mehr, wie man sich zu diesen äußert.
Ich musste oft sehr akribisch darauf achten, alles möglichst als meine eigene, persönlichste Sichtweise darzulegen, statt als "Fakt" hinstellen zu wollen.
Dabei sollte das doch selbsterklärend sein, dass wir alle nur mutmaßen können, bezüglich solcher Kernfragen. Aber hier kann man so ungeschoren, ganz offen und frei darüber reden. Das finde ich toll! :flo:
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 18:58 Dann müsste es Bewusstsein von Anfang an geben. Das ist die andere große Theorie, die heute etwas im Abseits steht aber eine lange Tradition hat.
Welches sich dann erst entfaltete, sozusagen? (:
Ich nehme an, dass die Information des Bewusstseins schon vorab in der DNA verankert war.
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 18:58 Klar, aber aktuell sehe ich eher die Gefahr, dass wir uns schaden, weil wir zu wenig nach dem 'Warum?' fragen, sonder oft vieles so manche, weil es die anderen, inzwischen vermutlich aber mehr die eigene Blase/Echokammer so macht.
Du meinst, weil wir uns gar nicht mehr so wirklich auf das Wesentliche fokussieren und dadurch gar nicht mal zu solchen WARUM-Fragen kommen, weil wir durch so viele äußere Einflüsse und Ideologien abgelenkt werden? Blase trifft es da ganz gut, finde ich.
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 18:58 Oder die beliebte philosophische Frage: Wieso ist überhaupt irgend etwas und nicht vielmehr nichts?
Es denn nur das Leben etwas, oder nicht viel mehr alles, auch das Unbelebte? Denn Nichts, wäre absolut nichts, nicht mal ein Stein. Es wäre einfach nichts.
Demzufolge frage ich mich: Warum IST das Universum? Das Leben stellt ein temporäres Ereignis innerhalb von Raum und Zeit dar und Raum und Zeit selbst sind etwas. Das Nichts liegt außerhalb vom Universum, aber für uns als innerhalb dieses Universums Existierende, unergründbar. Leider... ):
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59 Ein primäres Thema von mir ist zum Beispiel, ob die Entstehung von Leben einmalig war, oder nicht.

Gut, das Problem ist, dass da jede Antwort letztlich spekulativ ist.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59 Die Philosophie bezieht sich dabei auf all die Kernfragen, rund ums Leben und das Universum selbst. (:

Sie hat andere, als empirische Fragestellungen.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59 Was genau für Zentren meinst du, wenn ich fragen darf? :denk:
Verschiedene Zentren im Bewusstsein, oder im gesamten Körper?
Ich meinte, im Gehirn. Die scheinen aber auch nicht immer alle gleichmäßig stark aktiv zu sein.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59 Aber ich gedenke zu verstehen, was du meinst: Letztendlich stehen wir alle vor derselben unüberwindbaren Grenze, die uns alle zu Tieren macht.
Nee, das nicht unbedingt. Ich meine, dass es bei aller Verschiendenheit doch immer auch Gemeinsamkeiten gibt. Aber es ist eben auch äußerst schwierig zu sagen, dass wir alle in der gleichen Welt leben und nur etwas anders drüber denken. Das wäre m.E. zu kurz gesprungen.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59 Ich frage mich dabei nur, warum kein anderes Tier bisher solche Verhaltensweisen, wie der Mensch, aufzeigt. Wobei es doch schon wenige Tiere gibt, die ein Ich-Bewusstsein entwickelt haben, siehe Schimpanse und der Rest fällt mir gerade leider nicht ein.
Es gibt so eine Art Wettrennen zwischen Forschern, die einen Sonderstatus des Menschen reklamieren und anderen, die Spaß daran haben zu zeigen, welche Tiere das auch alles können. Aktuell ist die Grenze Mensch/Tier die Fähigkeit ein bewusstes Wir-Gefühl zu entwickeln, interessanterweise meinen das einige einflussreiche Philosophen, wie auch Biologen/Anthrpologen.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59 Vielleicht ist unsere Sichtweise auf andere Tiere einfach nur so verzerrt und wir sind so auf uns fixiert, wie wir die Dinge handhaben, dass wir dadurch gar nicht erst erkennen können, dass auch andere Tiere dies oder das können.
Das kann sein. Verhaltensforscher kommen inzwischen auch auf das, was Haustierbesitzer schon lange wussten und seit einiger Zeit regiert dort die Einsicht, dass die Unterschiede des Individuums entscheidender sind, als die Gemeinsamkeiten der Art.
Auch diese Fixierung auf den Nutzen ist typisch menschlich und sogar hier und da widerlegt ... ach ein super spannendes Gebiet.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59 Ich musste oft sehr akribisch darauf achten, alles möglichst als meine eigene, persönlichste Sichtweise darzulegen, statt als "Fakt" hinstellen zu wollen.
Dabei sollte das doch selbsterklärend sein, dass wir alle nur mutmaßen können, bezüglich solcher Kernfragen. Aber hier kann man so ungeschoren, ganz offen und frei darüber reden. Das finde ich toll! :flo:
Das siehst Du m.E. richtig. Fakten sind m.E. eine soziale Konstruktion. Es gibt allerdings plumpe und intelligentere Arten Fakten zu hinterfragen und mit Wohlwollen kann und sollte man sich natürlich auf das Spiel einlassen, kommt immer drauf an, wo und mit wem man redet.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 18:58 Dann müsste es Bewusstsein von Anfang an geben. Das ist die andere große Theorie, die heute etwas im Abseits steht aber eine lange Tradition hat.
Welches sich dann erst entfaltete, sozusagen? (:
Ich nehme an, dass die Information des Bewusstseins schon vorab in der DNA verankert war.
Nein, ich meine, die eine Theorie spricht von einer schrittweisen Entfaltung des Bewusstseins, wie man das so kennt, die andere sagt, dass Bewusstsein immer schon da war, bzw. den Hintergrund von allem bildet.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59 Du meinst, weil wir uns gar nicht mehr so wirklich auf das Wesentliche fokussieren und dadurch gar nicht mal zu solchen WARUM-Fragen kommen, weil wir durch so viele äußere Einflüsse und Ideologien abgelenkt werden? Blase trifft es da ganz gut, finde ich.
Ob das andere wesentlich ist, lassen wir mal dahingestellt, aber wir haben wirklich entsetzlich wenig Varianten in unserem Weltbild. Sich allein schon in andere Sichtweisen einzufühlen, gelingt uns selten, wir stülpen unsere Kategorien drüber.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 18:58 Oder die beliebte philosophische Frage: Wieso ist überhaupt irgend etwas und nicht vielmehr nichts?
Es denn nur das Leben etwas, oder nicht viel mehr alles, auch das Unbelebte?
Klar, das 'ist'/existiert ja auch.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 19:59 Denn Nichts, wäre absolut nichts, nicht mal ein Stein. Es wäre einfach nichts.
Demzufolge frage ich mich: Warum IST das Universum? Das Leben stellt ein temporäres Ereignis innerhalb von Raum und Zeit dar und Raum und Zeit selbst sind etwas. Das Nichts liegt außerhalb vom Universum, aber für uns als innerhalb dieses Universums Existierende, unergründbar. Leider... ):
Witzigerweise gibt es auch über das Nichts dicke Bücher. Die Frage meinte aber schlicht, wieso überhaupt etwas existiert. Man kann natürlich sagen, dass das eben so ist, aber zum Philosophen gehört es, sich damit nicht zufrieden zu geben. Die einen schütteln den Kopf und fragen, was der Quatsch soll, andere sind Feuer und Flamme und da sind sie wieder, die unterschiedlichen Welten, auch wenn es für beide die Mauer gibt.
Benutzeravatar
Kephalopyr
Beiträge: 93
Registriert: 20. Sep 2022, 21:27
Hat sich bedankt: 99 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Kephalopyr »

Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:01 Gut, das Problem ist, dass da jede Antwort letztlich spekulativ ist.
Bei manchen Fragen, frage ich mich, ob die entsprechend richtige Antwort überhaupt immer das Beste ist.
Stelle dir beispielsweise vor, wir würden erfahren, dass wir nur ein zufälliges Nebenprodukt irgendeiner Entität darstellen.
Ich kann mir schon vorstellen, dass das einige Menschen mental ziemlich aus der Bahn werfen würde, so auch die Frage, was dieses Nichts ist, denn wir können uns nicht einfach Nichts vorstellen. Da muss immer irgendetwas sein, unserer Logik nach. Unser Hirn ergründet erst dort, wo nichts zu ergründen sein sollte. Wir können vor jedem Satz ein Warum setzen.

Warum fragen wir uns überhaupt etwas?
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:01 Sie hat andere, als empirische Fragestellungen.
Solche Fragen wie: "Ist der Zufall etwas, das bewusst herbeigeführt oder durch uns selbst beeinflusst wird, oder gibt es den tatsächlichen, zusammenhangslosen Zufall?"
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:01 Ich meinte, im Gehirn. Die scheinen aber auch nicht immer alle gleichmäßig stark aktiv zu sein.
Ich verstehe. Das Ich-Bewusstsein wäre in dem Fall eine Projektion aller Zentren. So, wie alle Zellen zusammen einen Körper bilden, so benötigt es alle Zentren im Gehirn, aktiviert, ein solches Ich-Bewusstsein zu erzeugen.
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:01 Nee, das nicht unbedingt. Ich meine, dass es bei aller Verschiendenheit doch immer auch Gemeinsamkeiten gibt. Aber es ist eben auch äußerst schwierig zu sagen, dass wir alle in der gleichen Welt leben und nur etwas anders drüber denken. Das wäre m.E. zu kurz gesprungen.
Wir sind anders und doch nicht anders, als andere Tiere! (:
Hmmmm, ich denke, die Erde ist ein Ort verschiedener Welten. Das Meer steht oft im Vergleich zum Universum, weil es so wenig erforscht ist und dort unten in dunkler Tiefe, herrschen ähnliche Zustände, wie im All. Eine Art Schwerelosigkeit, Kälte und Dunkelheit und doch blüht es da nur so vor ziemlich beeindruckenden Lebensformen, die bunt leuchten und blinken.

Um zur menschlichen Psyche zurückzukehren, würde ich sagen, dass die eigentliche Welt sehr individuell betrachtet wird. Jeder sieht sie mit völlig anderen Augen.
Was ein anderer vielleicht als visuell hässlich empfindet, könnte für mich schon wieder total inspirierend sein, weil es gerade DAS Asymmetrische ist, das so anders ist. Mir ist aufgefallen, dass nicht wenig Menschen, eine scheinbar "instinktive" Vorliebe für Symmetrie hegen.

Alles muss irgendwie parallel zueinander gleich sein. Immer wie ein Spiegelbild.
Diese Symmetrie findet sich aber auch in der Struktur der Natur wieder. Schon interessant.

Alles ist so verschieden, das gesamte Leben und doch sind wir alle irgendwo gleich. Aus ein und derselben Lebensentstehung entsprungen! :flo:
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:01 Es gibt so eine Art Wettrennen zwischen Forschern, die einen Sonderstatus des Menschen reklamieren und anderen, die Spaß daran haben zu zeigen, welche Tiere das auch alles können. Aktuell ist die Grenze Mensch/Tier die Fähigkeit ein bewusstes Wir-Gefühl zu entwickeln, interessanterweise meinen das einige einflussreiche Philosophen, wie auch Biologen/Anthrpologen.
Du meinst, sie behaupten dass andere Tiere kein Wir-Gefühl entwickeln können?
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:01 Das kann sein. Verhaltensforscher kommen inzwischen auch auf das, was Haustierbesitzer schon lange wussten und seit einiger Zeit regiert dort die Einsicht, dass die Unterschiede des Individuums entscheidender sind, als die Gemeinsamkeiten der Art.
Auch diese Fixierung auf den Nutzen ist typisch menschlich und sogar hier und da widerlegt ... ach ein super spannendes Gebiet.
Zweifellos, wird es immer spannender! Gerade erinnert mich das an eine hitzige Debatte, die ich mit jemandem führte.
Derjenige meinte mir zu erklären, dass Hunde und Katze keinerlei Bezug zum Menschen aufbauen könnten, also emotional, als sähen sie uns einfach als Futtergeber und das wars. Ich finde das so schwachsinnig, denn ich besaß mein bisheriges Leben lang Katzen und habe so viele Situationen gehabt, in denen ich kein Wissenschaftler sein muss, um zu wissen, wo eben jene Wissenschaft erst jetzt mal dahinter steigt. Ich mein, ich war tagtäglich mit Katzen zusammen! :nude:

Ich finde, eine Debatte um genau diese Thematik zeigt dann immer sehr gut, wer sich wie gut oder schlecht in andere Tiere hineinversetzen kann, also hinsichtlich der Emotionen und so - einen Hund nicht einfach nur als Nutztier zu sehen, sondern tatsächlich als bester Freund an der eigenen Seite.
Man steigt dann auch schnell dahinter, dass jedes Tier einen völlig eigenen Charakter hat.

Ich mag es ohnehin nicht, mich als Mensch über andere Lebewesen zu stellen.
Es mag sein dass wir auf unsere Weise bewusstseinstechnisch weiterentwickelter sind, aber das heißt noch lange nicht,
dass andere Tiere deshalb gar keine Emotion empfänden, geschweige nicht mal denken könnten. Wir betrachten oft leider nur die eine Sichtweise, statt es mal aus einer anderen zu sehen, oder mehreren.
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:01 Das siehst Du m.E. richtig. Fakten sind m.E. eine soziale Konstruktion. Es gibt allerdings plumpe und intelligentere Arten Fakten zu hinterfragen und mit Wohlwollen kann und sollte man sich natürlich auf das Spiel einlassen, kommt immer drauf an, wo und mit wem man redet.
Hach, wäre echt schön, wenn das jeder mal so sehen könnte! ):
Einfach nur mal ein lockeres Gespräch führen über eben jene Thematiken, OHNE Wikipedia und co. zitieren zu müssen.
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:01 Nein, ich meine, die eine Theorie spricht von einer schrittweisen Entfaltung des Bewusstseins, wie man das so kennt, die andere sagt, dass Bewusstsein immer schon da war, bzw. den Hintergrund von allem bildet.
Ach so, dass sich das Bewusstsein erst Stück für Stück entwickelte und anderseits, dass es von Anfang an da war. Hmmm, echt eine schwierige Frage.
Eigentlich macht doch die zweite Überlegung mehr Sinn. Warum? Weil wir, der Mensch, vor gut 300.000 Jahren erst entstanden sind. Wir entwickelten uns von irgendeiner Affenart weiter, aber vor uns existierten bereits andere Lebewesen. Flora, Fauna, Fungi.

Entstand das Bewusstsein überhaupt erst MIT oder DURCH uns, oder war es schon von Anfang an Teil des gesamten Lebens, von seiner Entstehung an?
Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:01 Ob das andere wesentlich ist, lassen wir mal dahingestellt, aber wir haben wirklich entsetzlich wenig Varianten in unserem Weltbild. Sich allein schon in andere Sichtweisen einzufühlen, gelingt uns selten, wir stülpen unsere Kategorien drüber.
Da hast du leider vollkommen recht! Was heißt "leider"... 8-)
es ist halt ziemlich traurig, dass wir es nicht mal schaffen, uns in andere Sichtweisen einzufühlen.
Wobei es meiner Meinung nach dennoch darauf ankommt, wie man aufwächst und was man für Erfahrungen macht.
Ich kann mich beispielsweise manchmal zu gut in andere hineinversetzen und erwische mich dann dabei, wie ich mir viel mehr Gedanken um andere Sorgen mache, als um meine eigenen. Vielleicht ist es auch nicht unbedingt das Gleiche, aber wie nennt sich das nochmal: Mitgefühl?

Ich vermute, dass dies auch mal nicht so war, wie es jetzt ist. Vielleicht waren Menschen um 1880 herum beispielsweise noch so,
dass sie sehr viel Wert auf Zwischenmenschlichkeit und Mitgefühl legten und sich deshalb gut in andere Sichtweisen hineinversetzen konnten, eben weil da auch eine echte Kommunikation stattfand. Worauf ich hinaus will ist, dass solche Eigenschaften meiner Vermutung nach, durch Internet und co. sehr schnell beiseite geschubst werden können. Alles ist schnelllebiger, einfacher und abgestumpfter geworden. So auch die Kommunikation und Mitgefühl.

Die Zwischenmenschlichkeit wird immer weniger. ):
Benutzeravatar
Kephalopyr
Beiträge: 93
Registriert: 20. Sep 2022, 21:27
Hat sich bedankt: 99 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Kephalopyr »

Ankylosaurus hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:01 Witzigerweise gibt es auch über das Nichts dicke Bücher. Die Frage meinte aber schlicht, wieso überhaupt etwas existiert. Man kann natürlich sagen, dass das eben so ist, aber zum Philosophen gehört es, sich damit nicht zufrieden zu geben. Die einen schütteln den Kopf und fragen, was der Quatsch soll, andere sind Feuer und Flamme und da sind sie wieder, die unterschiedlichen Welten, auch wenn es für beide die Mauer gibt.
In der Tat! :hea:
Ein "Es ist einfach so", ist ungenügend.

Ist das Nichts denn wirklich nichts? Der Witz schlechthin ist ja, dass es von wissenschaftlicher Seite aus heißt, das Nichts "hinterm" Universum wäre einfach NICHTS, im Sinne von wirklich Nichts, aber wie kann man das wissen, wenn man es nicht erfassen kann? Korrekt wäre es viel mehr zu sagen, dass wir nicht wissen, was oder ob da etwas "hinter" dem Universum ist, aber bereits eine Antwort zu haben, von wegen: "Da ist Nichts!", ist nicht korrekt.

Könnte ich ein Buch über das Nichts herausbringen, würde ich einfach alle Seiten leer lassen, mit dem Titel: "Das Große Nichts!" Hahaha! Verschmitzt! 8-)

Ja, jetzt verstehe ich das richtig mit der Mauer.
Warum nur der Eifer, dieses Feuer und Flamme für etwas sein, was so unergründbar und unerreichbar scheint?
Manche Philosophen sind schon in tiefste Verzweiflung gefallen, weil sie einfach ALLES hinterfragten und am Ende nur noch eine Frage nach der anderen hatten, aber keine einzige, zufriedenstellende Antwort. Ab diesem Punkt macht mir die Philosophie ein wenig Angst. Sie gleicht einem zweischneidigen Schwert. Es ist wohl die Kunst, sich nicht in den ewigen Teufelskreis des Warums leiten zu lassen. Zu schnell kann man dem verfallen und ehe man sich versieht, stellt man fest wie unergründet die Welt doch ist und wie jung unser Geist zu sein scheint.
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Bei manchen Fragen, frage ich mich, ob die entsprechend richtige Antwort überhaupt immer das Beste ist.
Stelle dir beispielsweise vor, wir würden erfahren, dass wir nur ein zufälliges Nebenprodukt irgendeiner Entität darstellen.
Ich kann mir schon vorstellen, dass das einige Menschen mental ziemlich aus der Bahn werfen würde, so auch die Frage, was dieses Nichts ist, denn wir können uns nicht einfach Nichts vorstellen.
Schwieriger finde ich, dass so viele von der Richtigkeit ihrer Sicht fest überzeugt sind. Auch von unserer Existenz sollen diejenigen, die es ertragen können sich ja vorstellen, dass sie sinnlos und ohne Ziel ist und das ausahlten zu können gilt dann als besonders fortschrittlich.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Solche Fragen wie: "Ist der Zufall etwas, das bewusst herbeigeführt oder durch uns selbst beeinflusst wird, oder gibt es den tatsächlichen, zusammenhangslosen Zufall?"
Das ist sogar noch eher eine naturwissenschaftliche Frage, philosophische Kerndisziplinen sind Logik, Ethik (die Fragen danach, was eigentlich Gut und Böse ist und ob man bspw. ein allgemein gutes Prinzip beschreiben kann), Metaphysik (die Frage nach ersten und letzten Ursachen) und Erkenntnistheorie. In der Regel fragt Philosophie nach dem was etwas ist (Gerechtigkeit, Mut, Sinn, Sein ... ), Wissenschaft tendenziell eher, wie es funktioniert.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Ich verstehe. Das Ich-Bewusstsein wäre in dem Fall eine Projektion aller Zentren. So, wie alle Zellen zusammen einen Körper bilden, so benötigt es alle Zentren im Gehirn, aktiviert, ein solches Ich-Bewusstsein zu erzeugen.
Nicht aller, sondern eben vornehmlich dieser 7 oder 8 Bereiche.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Um zur menschlichen Psyche zurückzukehren, würde ich sagen, dass die eigentliche Welt sehr individuell betrachtet wird. Jeder sieht sie mit völlig anderen Augen.
Klares Jein von meiner Seite. Wenn es extrem individuell wäre, könnten wir uns nicht austauschen, weil das voraussetzt, dass wir uns auf das Gleiche beziehen.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Was ein anderer vielleicht als visuell hässlich empfindet, könnte für mich schon wieder total inspirierend sein, weil es gerade DAS Asymmetrische ist, das so anders ist. Mir ist aufgefallen, dass nicht wenig Menschen, eine scheinbar "instinktive" Vorliebe für Symmetrie hegen.
Ja, das sind Geschmäcker, über die kann man sich aber nur streiten, wenn man annimmt, dass der andere dasselbe sieht.
So was nimmt die Philosophie bis ins Detail auseinander.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Du meinst, sie behaupten dass andere Tiere kein Wir-Gefühl entwickeln können?
Ja. Wobei das nicht heißt, dass sie nicht erfolgreich als Rudel oder Schwarm agieren können.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Zweifellos, wird es immer spannender! Gerade erinnert mich das an eine hitzige Debatte, die ich mit jemandem führte.
Derjenige meinte mir zu erklären, dass Hunde und Katze keinerlei Bezug zum Menschen aufbauen könnten, also emotional, als sähen sie uns einfach als Futtergeber und das wars. Ich finde das so schwachsinnig, denn ich besaß mein bisheriges Leben lang Katzen und habe so viele Situationen gehabt, in denen ich kein Wissenschaftler sein muss, um zu wissen, wo eben jene Wissenschaft erst jetzt mal dahinter steigt.
Ja, ich glaube, das ist Schwachsinn.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Ich finde, eine Debatte um genau diese Thematik zeigt dann immer sehr gut, wer sich wie gut oder schlecht in andere Tiere hineinversetzen kann, also hinsichtlich der Emotionen und so - einen Hund nicht einfach nur als Nutztier zu sehen, sondern tatsächlich als bester Freund an der eigenen Seite.
Wenn man es genau nimmt, sind alle Aussagen darüber, was ein Tier jetzt gerade denkt, fühlt usw. natürlich Hypothesen/Annahmen, nur gibt es eben unterschiedlich plausible und die, dass Tiere, gerade höhere Säugetiere, keine Beziehungen aufbauen können, ist einfach wenig plausibel.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Entstand das Bewusstsein überhaupt erst MIT oder DURCH uns, oder war es schon von Anfang an Teil des gesamten Lebens, von seiner Entstehung an?
Das ist die Frage für lange Winterabende.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Da hast du leider vollkommen recht! Was heißt "leider"... 8-)
es ist halt ziemlich traurig, dass wir es nicht mal schaffen, uns in andere Sichtweisen einzufühlen.
Wobei es meiner Meinung nach dennoch darauf ankommt, wie man aufwächst und was man für Erfahrungen macht.
Ich kann mich beispielsweise manchmal zu gut in andere hineinversetzen und erwische mich dann dabei, wie ich mir viel mehr Gedanken um andere Sorgen mache, als um meine eigenen. Vielleicht ist es auch nicht unbedingt das Gleiche, aber wie nennt sich das nochmal: Mitgefühl?
Gewöhnlich, ja.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 21:54 Ich vermute, dass dies auch mal nicht so war, wie es jetzt ist. Vielleicht waren Menschen um 1880 herum beispielsweise noch so,
dass sie sehr viel Wert auf Zwischenmenschlichkeit und Mitgefühl legten und sich deshalb gut in andere Sichtweisen hineinversetzen konnten, eben weil da auch eine echte Kommunikation stattfand. Worauf ich hinaus will ist, dass solche Eigenschaften meiner Vermutung nach, durch Internet und co. sehr schnell beiseite geschubst werden können. Alles ist schnelllebiger, einfacher und abgestumpfter geworden. So auch die Kommunikation und Mitgefühl.

Die Zwischenmenschlichkeit wird immer weniger. ):
Da werden beliebig viele Schuldige angeführt, jeder hat so seinen Lieblingsgrund, vermutlich ist an alle etwas dran. Der Punkt ist, ob, wann und wie wir das gedreht kriegen, aber einigen wird es auch gefallen, muss man auch sehen.
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 22:05 Der Witz schlechthin ist ja, dass es von wissenschaftlicher Seite aus heißt, das Nichts "hinterm" Universum wäre einfach NICHTS, im Sinne von wirklich Nichts, aber wie kann man das wissen, wenn man es nicht erfassen kann?
Dass es ein 'hinterm Universum' gibt, davon gehen die meisten Astronomen nicht aus. Die würden antworten, dass es ein Nichts einfach nicht gibt.
Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 22:05 Könnte ich ein Buch über das Nichts herausbringen, würde ich einfach alle Seiten leer lassen, mit dem Titel: "Das Große Nichts!" Hahaha! Verschmitzt! 8-)
Und bei Lesungen John Cages 4'33'' als Begleitmusik.

Kephalopyr hat geschrieben: 22. Sep 2022, 22:05 Ja, jetzt verstehe ich das richtig mit der Mauer.
Warum nur der Eifer, dieses Feuer und Flamme für etwas sein, was so unergründbar und unerreichbar scheint?
Manche Philosophen sind schon in tiefste Verzweiflung gefallen, weil sie einfach ALLES hinterfragten und am Ende nur noch eine Frage nach der anderen hatten, aber keine einzige, zufriedenstellende Antwort. Ab diesem Punkt macht mir die Philosophie ein wenig Angst. Sie gleicht einem zweischneidigen Schwert. Es ist wohl die Kunst, sich nicht in den ewigen Teufelskreis des Warums leiten zu lassen. Zu schnell kann man dem verfallen und ehe man sich versieht, stellt man fest wie unergründet die Welt doch ist und wie jung unser Geist zu sein scheint.
Geerdet zu sein, ist sicher kein Nachteil, aber Philosophie ist immer auch sehr technisch, das Kerngeschäft ist – darin witzigerweise der aufdeckenden Psychotherapie extrem ähnlich – die Reflexion und die Klärung von Begriffen. .Was meine ich, wenn ich x sage?
Benutzeravatar
Kephalopyr
Beiträge: 93
Registriert: 20. Sep 2022, 21:27
Hat sich bedankt: 99 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Kephalopyr »

Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 18:41 Schwieriger finde ich, dass so viele von der Richtigkeit ihrer Sicht fest überzeugt sind. Auch von unserer Existenz sollen diejenigen, die es ertragen können sich ja vorstellen, dass sie sinnlos und ohne Ziel ist und das ausahlten zu können gilt dann als besonders fortschrittlich.
Ich sehe darin ehrlich gesagt keinen Fortschritt. Stellt es nicht viel mehr ein Davonlaufen vor dem "ewigen Warum" dar? Weil man ganz genau weiß, ab einem gewissen Punkt einfach nur noch Fragen, als Antworten zu haben und man findet sich dann halt einfach damit ab, man findet für sich einen Frieden.
Irgendwo kann ich das nachvollziehen, weil Verzweiflung alles andere als schön ist, aber es erzeugt auch schnell den Umkehreffekt, sich gar nichts mehr zu fragen, oder zu hinterfragen. Wenn ich mir dann jedoch vor Augen führe, jetzt schon zu wissen, dass ich irgendwann nicht mehr da sein werde, nie wieder...dann möchte ich doch erst recht alles daran setzen, diese Welt, dieses gesamte System in Frage zu stellen. Es MUSS in Frage gestellt werden und doch gibt es da draußen so viele, die eine falsche Sichtweise miteinander teilen und das als Die Normalität ansehen, eben weil mehr Leute SO denken, statt anders. Genau das ist das, was mir Angst macht. In einer Welt zu leben, in der alles so verkehrt zu sein scheint. Nein, es ist so.

Ich finde, da waren so manche Urvölker weit tiefgründiger und mental weiter als wir es Heute sind.
Sie haben sich auf eine andere Art und Weise mit dem Leben und dem Tod auseinandergesetzt, aber Heute rennt man lieber vor allem weg.
Wir leben in einer Scheinwelt, für die wir gar keine VR-Brille benötigen.

Dazu eröffne ich bald einen Thread, zu dieser verkehrten Welt. Da gibt es einfach zu vieles, das selbst im Alltag so einen Einfluss auf uns nehmen kann.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 18:41 Das ist sogar noch eher eine naturwissenschaftliche Frage, philosophische Kerndisziplinen sind Logik, Ethik (die Fragen danach, was eigentlich Gut und Böse ist und ob man bspw. ein allgemein gutes Prinzip beschreiben kann), Metaphysik (die Frage nach ersten und letzten Ursachen) und Erkenntnistheorie. In der Regel fragt Philosophie nach dem was etwas ist (Gerechtigkeit, Mut, Sinn, Sein ... ), Wissenschaft tendenziell eher, wie es funktioniert.
Ich sehe das so: Es gibt gar kein wirkliches Gut und Böse. Es gibt nur unzählige verschiedene Sichtweisen.
Ist Philosophie nicht der Vorreiter aller Wissenschaften? (:
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 18:41 Nicht aller, sondern eben vornehmlich dieser 7 oder 8 Bereiche.
Speziell damit kenne ich mich leider noch nicht so gut aus, um näher darauf einzugehen. Tut mir leid.
Ich glaube, das fällt in den Bereich der Neurowissenschaften.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 18:41 Klares Jein von meiner Seite. Wenn es extrem individuell wäre, könnten wir uns nicht austauschen, weil das voraussetzt, dass wir uns auf das Gleiche beziehen.
Stimmt, das macht im Nachhinein betrachtet mehr Sinn, als meine Aussage dazu. (:
Gefährlich wird es dann jedoch, wenn mehrere Menschen die gleiche, falsche Sichtweise als Normalität empfinden.
Ideologien, glaube ich. Die Thematik hatte ich gerade erst mit Mina. Ein sehr interessantes und komplexes Thema.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 18:41 Ja. Wobei das nicht heißt, dass sie nicht erfolgreich als Rudel oder Schwarm agieren können.
Glaubst du, dass andere Tiere ebenso ein Wir-Gefühl besitzen?
Ich denke schon, aber aufgrund unserer Weltanschauung ist die Sicht darauf verschleiert, wenn man das so formulieren kann.
Die Sicht ist verzerrt - Was wir nicht kennen, gibt es nicht, so nach dem Motto und das sollte aber hinterfragt werden, statt hingenommen.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 18:41 Ja, ich glaube, das ist Schwachsinn.
Zweifellos! :as:
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 18:41 Wenn man es genau nimmt, sind alle Aussagen darüber, was ein Tier jetzt gerade denkt, fühlt usw. natürlich Hypothesen/Annahmen, nur gibt es eben unterschiedlich plausible und die, dass Tiere, gerade höhere Säugetiere, keine Beziehungen aufbauen können, ist einfach wenig plausibel.
Ich befürchte, dass solche Sichtweisen stark unter dem Einfluss von bestimmten Glaubensrichtungen stehen, immer noch. Also, so wurde das zu seiner Anfangszeit gehandhabt, denke ich. Dass einfach der Mensch als Spezies über alle anderen gestellt wird, wie eine Art "Herrscherrasse" und dadurch entwickelte sich ganz automatisch, unbeabsichtigt, die Denkweise, dass andere Tiere noch nicht so weit wären wie der Mensch, aber wenn ich mir anschaue was Oktopoden alles leisten und die leben gerade mal im Schnitt leider nur 2-5 Jahre, maximal. Es gibt so vieles, das man in anderen Tieren vorfinden kann, wenn man mal das ganze streng Richtungsorientierte/Wissenschaftliche beiseite lässt.

Ich nenne das immer "In Richtungen denken". Man steht unter verschiedensten Einflüssen, aber man muss die Welt und das Geschehen mal ganz nackt betrachten, vollkommen unvoreingenommen, ohne an Hypothesen und Theorien zu denken die es bereits gibt. Beispielsweise zeigen doch "privatere" Freundschaften zwischen Mensch und Tier oft kuriose Erlebnisse, die man innerhalb der Wissenschaft mit diesem Tier gar nicht erfährt. Warum nur? Vielleicht, weil da keinerlei Ver-Bindung aufgebaut wird?
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 18:41 Das ist die Frage für lange Winterabende.
Bin ich dabei! :flo:
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 18:41 Da werden beliebig viele Schuldige angeführt, jeder hat so seinen Lieblingsgrund, vermutlich ist an alle etwas dran. Der Punkt ist, ob, wann und wie wir das gedreht kriegen, aber einigen wird es auch gefallen, muss man auch sehen.
Genau, viel wichtiger ist es das gedreht zu bekommen, als einen Schuldigen zu finden. Davon gewinnt man ja nichts, wenn man das Problem selbst nicht angeht.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:03 Dass es ein 'hinterm Universum' gibt, davon gehen die meisten Astronomen nicht aus. Die würden antworten, dass es ein Nichts einfach nicht gibt.
Ja, sie meinen ja dass da nix ist, also nicht mal ein Nichts, sondern nichts. :kn:
Nur, entzieht sich da einfach der zu erforschende Bereich unseren Möglichkeiten.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:03 Und bei Lesungen John Cages 4'33'' als Begleitmusik.
Haha, geil!!!!!!! :grin: :!:
Dass es sowas überhaupt gibt, genial!!! 8-)
Der geht auch mit feuriger Leidenschaft heran als Dirigent, todernst dabei!
Ich würde da glaube ab einem gewissen Punkt total größenwahnsinnig und diabolisch lachend herumfuchteln.
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Ich sehe darin ehrlich gesagt keinen Fortschritt. Stellt es nicht viel mehr ein Davonlaufen vor dem "ewigen Warum" dar? Weil man ganz genau weiß, ab einem gewissen Punkt einfach nur noch Fragen, als Antworten zu haben und man findet sich dann halt einfach damit ab, man findet für sich einen Frieden.
Ich glaube, es hat in vielen Fällen mit Überheblichkeit zu tun. Freilich einer, die nicht in der Lage ist, die eigenen Schwachstellen zu reflektieren.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Ich finde, da waren so manche Urvölker weit tiefgründiger und mental weiter als wir es Heute sind.
Sie haben sich auf eine andere Art und Weise mit dem Leben und dem Tod auseinandergesetzt, aber Heute rennt man lieber vor allem weg.
Wir leben in einer Scheinwelt, für die wir gar keine VR-Brille benötigen.
Vielleicht, ich weiß es nicht. In den edlen Wilden wird viel hinein projiziert, aber die Weisen von damals haben sicher manches kapiert, nur war nicht jeder damals weise.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Dazu eröffne ich bald einen Thread, zu dieser verkehrten Welt. Da gibt es einfach zu vieles, das selbst im Alltag so einen Einfluss auf uns nehmen kann.
Bin gespannt.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Ich sehe das so: Es gibt gar kein wirkliches Gut und Böse. Es gibt nur unzählige verschiedene Sichtweisen.
Ist Philosophie nicht der Vorreiter aller Wissenschaften? (:
Kann man beides so und so sehen.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Speziell damit kenne ich mich leider noch nicht so gut aus, um näher darauf einzugehen. Tut mir leid.
Ich glaube, das fällt in den Bereich der Neurowissenschaften.
Klar, aber Du musst Dich damit nicht auskennen, kein Problem. Ich lese da auch nur mit.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Gefährlich wird es dann jedoch, wenn mehrere Menschen die gleiche, falsche Sichtweise als Normalität empfinden.
Ideologien, glaube ich. Die Thematik hatte ich gerade erst mit Mina. Ein sehr interessantes und komplexes Thema.
Alles kann irgendwann als normal empfunden werden, das ist etwas verstörend, in der Tat.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Glaubst du, dass andere Tiere ebenso ein Wir-Gefühl besitzen?
Nein, aber ...
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Ich denke schon, aber aufgrund unserer Weltanschauung ist die Sicht darauf verschleiert, wenn man das so formulieren kann.
Die Sicht ist verzerrt - Was wir nicht kennen, gibt es nicht, so nach dem Motto und das sollte aber hinterfragt werden, statt hingenommen.
… ich glaube, dass Tiere wesentlich komplexer sind, als den meisten Menschen klar ist.
Aber ich sehe dennoch Unterschiede zum Menschen, auch wenn viele Tiere die Leistungen der Menschen in Teilbereichen sogar bei weitem übertreffen.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Ich befürchte, dass solche Sichtweisen stark unter dem Einfluss von bestimmten Glaubensrichtungen stehen, immer noch. Also, so wurde das zu seiner Anfangszeit gehandhabt, denke ich. Dass einfach der Mensch als Spezies über alle anderen gestellt wird, wie eine Art "Herrscherrasse" und dadurch entwickelte sich ganz automatisch, unbeabsichtigt, die Denkweise, dass andere Tiere noch nicht so weit wären wie der Mensch, aber wenn ich mir anschaue was Oktopoden alles leisten und die leben gerade mal im Schnitt leider nur 2-5 Jahre, maximal. Es gibt so vieles, das man in anderen Tieren vorfinden kann, wenn man mal das ganze streng Richtungsorientierte/Wissenschaftliche beiseite lässt.
Ich meinte jetzt eher, dass wir nicht mehr zur Verfügung haben, als unsere Mutmaßungen über Tiere, also es sind immer unsere Hypothesen.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Ich nenne das immer "In Richtungen denken". Man steht unter verschiedensten Einflüssen, aber man muss die Welt und das Geschehen mal ganz nackt betrachten, vollkommen unvoreingenommen, ohne an Hypothesen und Theorien zu denken die es bereits gibt. Beispielsweise zeigen doch "privatere" Freundschaften zwischen Mensch und Tier oft kuriose Erlebnisse, die man innerhalb der Wissenschaft mit diesem Tier gar nicht erfährt. Warum nur? Vielleicht, weil da keinerlei Ver-Bindung aufgebaut wird?
Ich gebe Dir Recht. Meine Lebenspartnerin hat ihre Katze systematisch überfordert, das Ergebnis war erstaunlich.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 18:41 Das ist die Frage für lange Winterabende.
Bin ich dabei! :flo:
Schön :-)
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49 Ja, sie meinen ja dass da nix ist, also nicht mal ein Nichts, sondern nichts. :kn:
Nur, entzieht sich da einfach der zu erforschende Bereich unseren Möglichkeiten.
Ich glaube, die meinen eher, dass da überall Materie ist, also diese Materie/Energiemischung und kein Raum drum herum.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:49
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 19:03 Und bei Lesungen John Cages 4'33'' als Begleitmusik.
Haha, geil!!!!!!! :grin: :!:
Dass es sowas überhaupt gibt, genial!!! 8-)
Der geht auch mit feuriger Leidenschaft heran als Dirigent, todernst dabei!
Ich würde da glaube ab einem gewissen Punkt total größenwahnsinnig und diabolisch lachend herumfuchteln.
Wobei der Cage ein durchaus ernst zu nehmender Musiker war, manche sehen ihn als großen Wegbereiter. Kann ich aber, mangels Kenntnissen schlecht beurteilen.
Benutzeravatar
Kephalopyr
Beiträge: 93
Registriert: 20. Sep 2022, 21:27
Hat sich bedankt: 99 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Kephalopyr »

Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Ich glaube, es hat in vielen Fällen mit Überheblichkeit zu tun. Freilich einer, die nicht in der Lage ist, die eigenen Schwachstellen zu reflektieren.
Eine Form von falscher Weisheit. Keine solche, die durch Erfahrungen und tatsächlichem Wissen wächst, sondern auf einer Selbstlüge aufbaut.
Ein sehr zerbrechliches Fundament.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Vielleicht, ich weiß es nicht. In den edlen Wilden wird viel hinein projiziert, aber die Weisen von damals haben sicher manches kapiert, nur war nicht jeder damals weise.
Und doch reichten die Wenigen die weise waren aus, um uns bis Heute den Kopf zu verdrehen.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Bin gespannt.
Ich auch....wie lange es noch dauert, denn bis jetzt hapert es am Titel... :?
Es muss einfach im Gedächtnis hängenbleiben.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Klar, aber Du musst Dich damit nicht auskennen, kein Problem. Ich lese da auch nur mit.
Je komplexer die Themen, desto spannender wird es! (:
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Alles kann irgendwann als normal empfunden werden, das ist etwas verstörend, in der Tat.
Leider. Es kommt nur darauf an wie viele es als "normal" empfinden.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 … ich glaube, dass Tiere wesentlich komplexer sind, als den meisten Menschen klar ist.
Aber ich sehe dennoch Unterschiede zum Menschen, auch wenn viele Tiere die Leistungen der Menschen in Teilbereichen sogar bei weitem übertreffen.
Ja, das ist wohl wahr. Gerade was Tarnung betrifft. Wir lassen uns ja viel mehr durch viele verschiedene Tiere inspirieren und bauen unsere Entwicklungen darauf auf, was andere Tiere ganz wie von selbst nutzen, weil es für sie absolut normal ist.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Ich meinte jetzt eher, dass wir nicht mehr zur Verfügung haben, als unsere Mutmaßungen über Tiere, also es sind immer unsere Hypothesen.
So ist das mit allem, auch hinsichtlich der Astronomie.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Ich gebe Dir Recht. Meine Lebenspartnerin hat ihre Katze systematisch überfordert, das Ergebnis war erstaunlich.
Inwiefern? Hat die Katze Rachepläne geschmiedet, oder wie? :hea:
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23Schön :-)
...wenn erstmal die Türen zugeschneit sind, dann entkommt niemand mehr der Philosophie! :peits:
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Ich glaube, die meinen eher, dass da überall Materie ist, also diese Materie/Energiemischung und kein Raum drum herum.
Ich glaube jedoch, dass auch das nur eine Vermutung ihrerseits ist.
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Wobei der Cage ein durchaus ernst zu nehmender Musiker war, manche sehen ihn als großen Wegbereiter. Kann ich aber, mangels Kenntnissen schlecht beurteilen.
Womöglich der Beethoven der neueren Zeit? Ich kenne mich mit Musik auch nicht sonderlich gut aus, aber seine ernste Leidenschaft dahinter hab ich sofort erkannt! (:
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:57
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Ich glaube, es hat in vielen Fällen mit Überheblichkeit zu tun. Freilich einer, die nicht in der Lage ist, die eigenen Schwachstellen zu reflektieren.
Eine Form von falscher Weisheit. Keine solche, die durch Erfahrungen und tatsächlichem Wissen wächst, sondern auf einer Selbstlüge aufbaut.
Ein sehr zerbrechliches Fundament.
Einer Selbstlüge, ja, aber andererseits trägt die innerlich schon. Viele sind in der Lage anzunehmen, allein sie hätten Recht und alle anderen den Verstand verloren oder sie 'seien noch nicht so weit'. :)
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:57 Und doch reichten die Wenigen die weise waren aus, um uns bis Heute den Kopf zu verdrehen.
Ja, die Einsichten weiser Menschen von vor 2000 Jahren sind oft erschreckend aktuell, sie sind auch für die Gegenwart noch Leuttürme.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:57 Je komplexer die Themen, desto spannender wird es! (:
Oft ja, aber es muss einen auch interessieren, sonst ist es eine Quälerei.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:57
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Alles kann irgendwann als normal empfunden werden, das ist etwas verstörend, in der Tat.
Leider. Es kommt nur darauf an wie viele es als "normal" empfinden.
Ja, wobei es aktuell m.E. geraden keine Normalität gibt, der viel gescholtene Mainstream zerbröselt gerade, es gibt 6 oder mehr etwa gleich starke Gruppen.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:57
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Ich meinte jetzt eher, dass wir nicht mehr zur Verfügung haben, als unsere Mutmaßungen über Tiere, also es sind immer unsere Hypothesen.
So ist das mit allem, auch hinsichtlich der Astronomie.
Ja, völlig richtig. Ich bin skeptisch gegenüber vielem in der Wissenschaft eingestellt, nicht was die Einzelergebnisse/Details angeht, sondern das Insgesamt und meine Hauptkritik entzündet sich bei der Astronomie/Kosmologie, bei der nicht mehr viel zusammen passt und bei der Frage des Bewusstseins, wo es m.E. noch schlimmer ist.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:57 Inwiefern? Hat die Katze Rachepläne geschmiedet, oder wie? :hea:
Nein, sie haben ein eigene Sprache entwickelt, bzw. der Kater war eine Art gleichberechtigter Gesprächspartner und was er verstand, war beachtlich. Klappte aber auch nur mit ihm, jede Katze ist anders.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:57
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23Schön :-)
...wenn erstmal die Türen zugeschneit sind, dann entkommt niemand mehr der Philosophie! :peits:
Weiß nicht, ich glaube es gibt inzwischen so viel Ablenkung.
Kephalopyr hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:57
Ankylosaurus hat geschrieben: 23. Sep 2022, 21:23 Ich glaube, die meinen eher, dass da überall Materie ist, also diese Materie/Energiemischung und kein Raum drum herum.
Ich glaube jedoch, dass auch das nur eine Vermutung ihrerseits ist.
Klar.
Benutzeravatar
Kephalopyr
Beiträge: 93
Registriert: 20. Sep 2022, 21:27
Hat sich bedankt: 99 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Kephalopyr »

Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 09:42 Einer Selbstlüge, ja, aber andererseits trägt die innerlich schon. Viele sind in der Lage anzunehmen, allein sie hätten Recht und alle anderen den Verstand verloren oder sie 'seien noch nicht so weit'.
Das ist dann gar keine Weisheit mehr sondern arrogant, finde ich.
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 09:42 Ja, die Einsichten weiser Menschen von vor 2000 Jahren sind oft erschreckend aktuell, sie sind auch für die Gegenwart noch Leuttürme.
Ich glaube auch Einstein war so ein brillianter Mann, der wusste wie die Meisten ticken.
Wenn man das erstmal durchschaut und weiß, wie es funktioniert, dann stehen einem die Türen offen...denke ich.

Wohin führt nur all das, wenn es nicht umgesetzt wird? Dient es lediglich denen, die sich dessen annehmen, um für sich ganz allein ihre Weltsicht zu verändern?
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 09:42 Oft ja, aber es muss einen auch interessieren, sonst ist es eine Quälerei.
Kommt auf das Ziel an, das dahintersteckt.
Je mehr Wissen man erlangt, desto eher müsste man doch Antworten erhalten...
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 09:42 Ja, wobei es aktuell m.E. geraden keine Normalität gibt, der viel gescholtene Mainstream zerbröselt gerade, es gibt 6 oder mehr etwa gleich starke Gruppen.
Kannst du mir diese Gruppen benennen?
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 09:42 Ja, völlig richtig. Ich bin skeptisch gegenüber vielem in der Wissenschaft eingestellt, nicht was die Einzelergebnisse/Details angeht, sondern das Insgesamt und meine Hauptkritik entzündet sich bei der Astronomie/Kosmologie, bei der nicht mehr viel zusammen passt und bei der Frage des Bewusstseins, wo es m.E. noch schlimmer ist.
Da stimme ich dir zu!
Ein endloses Streitthema stellt dabei die Entstehung des Lebens dar, worunter auf das mit dem Bewusstsein, der Psyche und unsere Intelligenz fällt. Alles, was uns in gewisser Weise von anderen Lebensformen unterscheidet, oder bei uns in anderer Form ausgeprägter ist. Die Frage ist, ob all das ganz einmalig, einzigartig entstanden ist, oder ob Leben nochmal vorkommen kann und eine ähnliche Evolution durchmacht, aber das Thema ist ziemlich nervenaufreibend, weil man da eigentlich nicht viel tun kann als zu spekulieren.

Ich finde aber auch das Bewusstsein hinsichtlich des Schlafes interessant - Träume.
All das ist ein ziemlich unerforschtes Gebiet.
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 09:42 Nein, sie haben ein eigene Sprache entwickelt, bzw. der Kater war eine Art gleichberechtigter Gesprächspartner und was er verstand, war beachtlich. Klappte aber auch nur mit ihm, jede Katze ist anders.
Vielleicht sind Katzen dazu in der Lage, unsere Sprache auch in gewisser Weise mit bestimmten Aktionen deuten zu können.
Wir verstehen es ja irgendwann auch, wenn eine Katze mauzend in der Küche sitzt, dass sie Hunger hat und sie weiß dann auch ganz genau, WO sie mauzen muss, um Essen zu bekommen. Wobei meine Katzen das früher immer dadurch zeigten, in dem sie mir mitten in der Nacht über den Kopf gesprungen sind, immer ganz aufdringlich und wenn ich wach geworden bin, saßen sie auf mir, vor meinem Gesicht und starrten solange bis man aufgestanden ist. Zum Glück sind die nicht so groß wie Raubkatzen! :ups:
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 09:42 Weiß nicht, ich glaube es gibt inzwischen so viel Ablenkung.
Nicht, wenn man eingesperrt wird. :peits: :gk:
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Kephalopyr hat geschrieben: 24. Sep 2022, 15:36 Das ist dann gar keine Weisheit mehr sondern arrogant, finde ich.
Klar, aber es trägt manche. Ob das dann am Ende des Tages die beste Lösung ist … ich weiß nicht, eher nicht.
Kephalopyr hat geschrieben: 24. Sep 2022, 15:36 Wohin führt nur all das, wenn es nicht umgesetzt wird? Dient es lediglich denen, die sich dessen annehmen, um für sich ganz allein ihre Weltsicht zu verändern?
Ich meine, dass sich diejenigen, die ein ähnlich komplexes Weltbild haben zusammen finden.
Kephalopyr hat geschrieben: 24. Sep 2022, 15:36
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 09:42 Oft ja, aber es muss einen auch interessieren, sonst ist es eine Quälerei.
Kommt auf das Ziel an, das dahintersteckt.
Je mehr Wissen man erlangt, desto eher müsste man doch Antworten erhalten...
Kommt auf die Art des Wissens an. Gibt ja so eine Art von Wissen, die einen im Grunde nicht weiter bringt, wobei auch das wieder davon abhängt, was man so vorhat im Leben.
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 09:42 Ja, wobei es aktuell m.E. geraden keine Normalität gibt, der viel gescholtene Mainstream zerbröselt gerade, es gibt 6 oder mehr etwa gleich starke Gruppen.
Kannst du mir diese Gruppen benennen?
Da gibt es verschiedene Einteilungen, bspw. [Externer Link : bitte anmelden] und [Externer Link : bitte anmelden]. Ich gewichte den hierarchischen Aspekt stärker, da wäre [Externer Link : bitte anmelden] ein Modell.
Kephalopyr hat geschrieben: 24. Sep 2022, 15:36 Da stimme ich dir zu!
Ein endloses Streitthema stellt dabei die Entstehung des Lebens dar, worunter auf das mit dem Bewusstsein, der Psyche und unsere Intelligenz fällt. Alles, was uns in gewisser Weise von anderen Lebensformen unterscheidet, oder bei uns in anderer Form ausgeprägter ist. Die Frage ist, ob all das ganz einmalig, einzigartig entstanden ist, oder ob Leben nochmal vorkommen kann und eine ähnliche Evolution durchmacht, aber das Thema ist ziemlich nervenaufreibend, weil man da eigentlich nicht viel tun kann als zu spekulieren.

Ich finde aber auch das Bewusstsein hinsichtlich des Schlafes interessant - Träume.
All das ist ein ziemlich unerforschtes Gebiet.
Ja, finde ich auch super und wie Du sagst, ziemlich unbekannt.
Kephalopyr hat geschrieben: 24. Sep 2022, 15:36 Vielleicht sind Katzen dazu in der Lage, unsere Sprache auch in gewisser Weise mit bestimmten Aktionen deuten zu können.
Wir verstehen es ja irgendwann auch, wenn eine Katze mauzend in der Küche sitzt, dass sie Hunger hat und sie weiß dann auch ganz genau, WO sie mauzen muss, um Essen zu bekommen. Wobei meine Katzen das früher immer dadurch zeigten, in dem sie mir mitten in der Nacht über den Kopf gesprungen sind, immer ganz aufdringlich und wenn ich wach geworden bin, saßen sie auf mir, vor meinem Gesicht und starrten solange bis man aufgestanden ist. Zum Glück sind die nicht so groß wie Raubkatzen! :ups:
Ja, sie können recht klar machen, was sie gerade wollen und dass sie es wollen.
Kephalopyr hat geschrieben: 24. Sep 2022, 15:36
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 09:42 Weiß nicht, ich glaube es gibt inzwischen so viel Ablenkung.
Nicht, wenn man eingesperrt wird. :peits: :gk:
… und das Internet ausfällt.
Benutzeravatar
Kephalopyr
Beiträge: 93
Registriert: 20. Sep 2022, 21:27
Hat sich bedankt: 99 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Kephalopyr »

Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 17:53 Klar, aber es trägt manche. Ob das dann am Ende des Tages die beste Lösung ist … ich weiß nicht, eher nicht.
Ich denke, man macht sich da viel mehr etwas vor.
Eine art hinnehmen der Dinge, wie sie eben sind.
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 17:53 Kommt auf die Art des Wissens an. Gibt ja so eine Art von Wissen, die einen im Grunde nicht weiter bringt, wobei auch das wieder davon abhängt, was man so vorhat im Leben.
Anscheinend kommt es einzig und allein eben nur darauf an und doch lassen wir uns durch so viele Dinge in der Welt ablenken.
Da kam mir Heute auch spontan der Gedanke, wie das Leben eigentlich wäre, gäbe es keine Arbeitgeber und Nehmer, wenn es eine vollkommene Selbstentscheidung gäbe, ohne irgendein System und jeder für sich lebt.

Hmmmm...alles hat so seine Vor und Nachteile, aber wie wäre das Leben, wenn es von Grund auf nie sowas wie Währung gegeben hätte, oder eben diese ganzen Systeme, dass es Arbeitssuchende gibt und jene, die ihnen Arbeit geben. Da denke ich auch oft an 1870 so in dem Dreh. "Unsere kleine Farm". :ups: Ich mag die Serie, weil sie einfach so einen anderen Einblick gewährt, wo meiner Meinung nach alles noch "freier" und eigener war.

Jetzt leben wir eher in einer Art Ameisenkolonie, oder Wespennest.
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 17:53 Da gibt es verschiedene Einteilungen, bspw. die und die. Ich gewichte den hierarchischen Aspekt stärker, da wäre das ein Modell.
Das von Sinus zeigt aktuelle Gruppen von Menschen, oder? Das liest sich sehr interessant!
Gerade das Traditionelle Milieu würde ich als ziemlich oft vorkommend kategorisieren.
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 17:53 Ja, finde ich auch super und wie Du sagst, ziemlich unbekannt.
Darüber können wir ja gern einen Thread erstellen! (:
Da gibt es noch ne Menge Redebedarf! :!:
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 17:53 Ja, sie können recht klar machen, was sie gerade wollen und dass sie es wollen.
Das kannte ich von meinen Katzen auch. Ich hatte einen kleinen Trinkbrunnen für sie, vor dem sie sich setzten und ganz monoton, fast schon meckernd, forderten dass ich ihn sofort anschalte. :?
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 17:53 … und das Internet ausfällt.
...DANN wird was zum lernen ausgepackt:
8e8.jpg
ich kann nicht mehr!!!! Dieses fette Buch! Das passt auch perfekt zu Wikipedia! :grin: :grin: :grin:
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Ankylosaurus
Beiträge: 551
Registriert: 7. Jul 2022, 13:56
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 156 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Ankylosaurus »

Kephalopyr hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:06
Da kam mir Heute auch spontan der Gedanke, wie das Leben eigentlich wäre, gäbe es keine Arbeitgeber und Nehmer, wenn es eine vollkommene Selbstentscheidung gäbe, ohne irgendein System und jeder für sich lebt.
Jäger & Sammler, man kann sich drüber streiten, ob das super war, oder nicht.
Kephalopyr hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:06
Hmmmm...alles hat so seine Vor und Nachteile, aber wie wäre das Leben, wenn es von Grund auf nie sowas wie Währung gegeben hätte, oder eben diese ganzen Systeme, dass es Arbeitssuchende gibt und jene, die ihnen Arbeit geben. Da denke ich auch oft an 1870 so in dem Dreh. "Unsere kleine Farm". :ups: Ich mag die Serie, weil sie einfach so einen anderen Einblick gewährt, wo meiner Meinung nach alles noch "freier" und eigener war.

Jetzt leben wir eher in einer Art Ameisenkolonie, oder Wespennest.
Im Grunde ist das so eine Endlosdiskussion. Vermutlich kann fast überall frei und unfrei sein, bzw. sich so fühlen.
Kephalopyr hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:06
Das von Sinus zeigt aktuelle Gruppen von Menschen, oder? Das liest sich sehr interessant!
Gerade das Traditionelle Milieu würde ich als ziemlich oft vorkommend kategorisieren.
Alle Systeme zeigen, was ist oder zumindest ihre Sicht darauf. Über die Jahre hat das traditionelle Milieu eher abgenommen, aber es wird vermutlich immer diese Unterschiede zwischen den Menschen geben, das macht uns aus und vermutlich so erfolgreich … naja, falls wir uns als erfolgreich bezeichnen dürfen.
Kephalopyr hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:06
Darüber können wir ja gern einen Thread erstellen! (:
Da gibt es noch ne Menge Redebedarf! :!:

Gerne.
Kephalopyr hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:06
Das kannte ich von meinen Katzen auch. Ich hatte einen kleinen Trinkbrunnen für sie, vor dem sie sich setzten und ganz monoton, fast schon meckernd, forderten dass ich ihn sofort anschalte. :?
:)
Kephalopyr hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:06
Ankylosaurus hat geschrieben: 24. Sep 2022, 17:53 … und das Internet ausfällt.
...DANN wird was zum lernen ausgepackt:
8e8.jpg

ich kann nicht mehr!!!! Dieses fette Buch! Das passt auch perfekt zu Wikipedia! :grin: :grin: :grin:
Wow. Man müsste wirklich mal schauen, wie umfangreich wiki als Buch heute wäre, hat bestimmt schon wer gemacht.
Benutzeravatar
Kephalopyr
Beiträge: 93
Registriert: 20. Sep 2022, 21:27
Hat sich bedankt: 99 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Warum unser Bild von der Psyche falsch ist

Beitrag von Kephalopyr »

Ankylosaurus hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:54 Jäger & Sammler, man kann sich drüber streiten, ob das super war, oder nicht.
Ankylosaurus hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:54 Im Grunde ist das so eine Endlosdiskussion. Vermutlich kann fast überall frei und unfrei sein, bzw. sich so fühlen.
Ich denke alles hat wohl seine Vor und Nachteile.
Mir scheint als wäre das Beste von allem immer ein Mittelmaß, eine Harmonie von beidem. Je nachdem, kommt drauf an.
Ankylosaurus hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:54 Alle Systeme zeigen, was ist oder zumindest ihre Sicht darauf. Über die Jahre hat das traditionelle Milieu eher abgenommen, aber es wird vermutlich immer diese Unterschiede zwischen den Menschen geben, das macht uns aus und vermutlich so erfolgreich … naja, falls wir uns als erfolgreich bezeichnen dürfen.
Erfolg ist doch auch wieder so ein individuelles Ding, oder? Wie Freiheit. Je nachdem was jeder für sich selbst unter Erfolg versteht. :?
Ankylosaurus hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:54Gerne.
Da gibt es so viele, interessante Themen! Zum Beispiel die Psychologie hinter der Ufologie, wie es überhaupt dazu kommt, hinter einem unidentifizierten Flugobjekt etwas extraterrestrisches anzunehmen, oder wie Massenpanik entsteht und auch entsprechende Zeugenaussagen, welche sich dann unabhängig voneinander sehr ähneln und doch mit dem eigentlichen Geschehen wenig zutun haben.
Ankylosaurus hat geschrieben: 27. Sep 2022, 18:54 Wow. Man müsste wirklich mal schauen, wie umfangreich wiki als Buch heute wäre, hat bestimmt schon wer gemacht.
Das Buch im Bild ist tatsächlich echt! (:
Ein Student hat mehrere Seiten von Wikipedia als Buch zusammengebastelt, richtig aufgeführt mit Inhaltsverzeichnis und so. Das ist glaube ein paar Jahre alt, aber er hat nicht alle Wikipedia-Einträge genommen. Das wären dann wohl mehrere solcher Bücher.
Antworten